Kein Grund zur Klage: Auch wenn es stimmt, dass Ausfuhren entweder durch höhere Preise erschwert werden oder die Gewinnspanne sinkt, so konnte sich doch niemand auf eine dauerhaft unterbewertete Währung verlassen. Zudem darf man nicht die segensreiche Wirkung der Währungsunion übersehen: Für den großen Teil der deutschen Exporte, der in die anderen Mitgliedsländer geht, ändert sich dank der Einheitswährung überhaupt nichts.

Insgesamt können die Belastungen für die Konjunktur durch positive Folgen an anderer Stelle mehr als ausgeglichen werden: Wegen der Höherbewertung der Währung werden Einfuhren billiger. Das erfreut nicht nur die Verbraucher. Auch Produzenten können Rohstoffe preiswerter einkaufen.

Wichtiger ist: Die Bundesrepublik und die gesamte Euro-Zone importieren auf diese Weise Preisstabilität. So wird die Stärke des Euro zu einer Chance für die Europäische Zentralbank. Sie gewinnt zusätzlichen Spielraum, ihre Leitzinsen nach der Senkung Anfang Dezember ein weiteres Mal herabzusetzen, um so Kredite zu verbilligen und die Finanzierung von Investitionen zu erleichtern. Damit könnte die Notenbank Entscheidendes zur Ankurbelung der müden Konjunktur beitragen, ohne das geringste Risiko einzugehen, dass sich die ohnehin geringe Inflation wieder beschleunigt.

Die heimischen Konsumenten können also sicher sein: Auch wenn die deutsche Wirtschaft endlich wieder stärker wächst, wird der Euro nicht zum Teuro – jedenfalls nicht für die Europäer.