Für den britischen Schatzkanzler Gordon Brown fängt das neue Jahr nicht sonderlich gut an. Nachdem der Schotte die Wachstumsprognosen für sein Land bereits zweimal nach unten korrigieren musste, unken die Volkswirtschaftler der Citigroup nun, dass Großbritanniens Verschuldung bis zum Ende des Jahres 2003 auf drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes ansteigen wird. Für das vergangene Jahr hatte Brown noch im November eine Verschuldung von 1,9 Prozent angekündigt, doch 2,3 Prozent sind nach den neuesten Erkenntnissen wohl realistischer. Michael Saunders, Chefvolkswirt der weltgrößten Bank, sagte: "Die Aussichten sind noch viel düsterer als die letzten Zahlen des Schatzkanzleramtes." Sinkende Steuereinnahmen und große Ausgabenversprechen der Regierung werden nach Schätzungen von Saunders die Staatsschulden in 12 Monaten auf 32 Milliarden Pfund (48 Milliarden Euro) ansteigen lassen.

Für Brown liegt in den düsteren Prognosen allerdings auch etwas Positives.

Der Euro-Skeptiker hat versprochen, die wirtschaftliche Situation des Landes im kommenden Juni abzuwägen und über ein Referendum zum britischen Euro-Beitritt zu entscheiden. Sollten sich die Zahlen der Citigroup als realistisch erweisen, könnte er das Projekt Einheitswährung mit gutem Gewissen auf Eis legen.