Am Jahresbeginn überbieten sich Politstrategen jeglicher Couleur im Produzieren von Konzeptpapieren, sei es zur Zukunft des Sozialstaats oder zum Umbau des Gesundheitssystems. Nur eine Partei verweigert sich diesem politischen Jahrmarkt der Eitelkeiten und verschont uns dankenswerterweise mit irgendwelchen Vorschlägen zu irgendwas. Einerseits hat sie genug mit sich selbst zu tun. Sie muss sich zum Beispiel darüber klar werden, ob sie lieber eine ganz, ganz große Partei für alle oder lieber eine kleine, aber feine zum Koalieren mit der CDU sein will. Zudem hat sie alle Hände voll damit zu tun, ihren gerade verjagten Partei-Springteufel, den Bi-Ba-Butze-Möllemann davon abzuhalten, überraschend auf irgendeiner ihrer Versammlungen aufzutauchen und ihre so mühsam wiedergefundene innere Ruhe zu stören.

Anderseits hat sie es gar nicht nötig, sich mit Wortmeldungen zu Schicksalsfragen der Nation irgendjemandem aufzudrängen. Ihr junger, dynamischer und von Erfolgen gebeutelter Vorsitzender erklärt kurz und bündig, warum. "Deutschland verändert man nur mit der FDP", rief er vergangene Woche auf dem schwäbischen Traditionstreffen seiner ruhmreichen Avantgardepartei aus. Wozu diese unumstößliche Tatsache noch durch irgendwelche inhaltlichen Begründungen untermauern? Bravo, das ist wahre Souveränität, Politik, die zu sich selbst gekommen ist. Wer's jetzt noch nicht weiß, der wird's ja ohnehin nimmermehr begreifen: Ohne die ... die ... äh, na, wie hieß sie noch gleich ... geht es nicht.