Das nennt man Zangenangriff: Nun, da Washington dem "Tag der Abrechnung" mit Saddam entgegenfiebert, rüstet sich auch Hollywood für die Schlacht. Während aber das Pentagon Panzer und Jets losschickt, schnürt man in Hollywood die Sandalen. Sandalenfilme nennt sich das Genre, in dem Weltklassedarsteller mit Unterbiss (vorzugsweise Charlton Heston, jetzt Chef der amerikanischen Waffenliga NRA) die Schlachten der Antike nachspielen. So ist ja die Aufgabenverteilung: Washington bombt die Feinde in jene Vergangenheit zurück, in der Hollywoods Kameraleute schon warten. Fox will Alexander den Großen wiedererwecken, Sony wird mit Hannibal die Alpen überqueren, Universal wird die Schlacht bei den Thermopylen (edle Hellenen gegen fiese Perser) nachspielen. Und der Hamburger Regisseur Wolfgang Petersen, der in Hollywood großen Ruhm erlangt hat, wird die Ilias des Homer verfilmen, mit Brad Pitt in der Rolle des Achilles. Im April beginnen die Dreharbeiten. "Die Zuschauer haben genug von platten Hollywood-Storys", sagt Petersen, "sie wollen sich wieder in größeren Geschichten verlieren, den großen Atem spüren." Da halten es die amerikanischen Kinogänger genau wie ihr Präsident.