Seit 2000 gehen die Einnahmen der Städte und Gemeinden aus der Gewerbesteuer dramatisch zurück. Im vergangenen Jahr flossen nur noch 16,9 Milliarden Euro in die Kassen der Kommunen, zwei Jahre zuvor waren es noch 21,5 Milliarden. Und wenn die jüngste Schätzung zutrifft, werden die Nettoeinnahmen in diesem Jahr um weitere 2,4 Prozent schrumpfen.

Dabei ist die Gewerbesteuer die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinden.

Nachdem 1998 die Gewerbekapitalsteuer abgeschafft wurde, wird nur noch der Ertrag von Gewerbebetrieben besteuert. Und weil seit Jahrzehnten die Freibeträge aufgestockt wurden, um den Mittelstand zu fördern, ist die Gewerbesteuer zu einer Großbetriebsteuer mutiert - mit der Konsequenz, dass die Kommunen von immer weniger Unternehmen abhängen.

Die mageren Gewinne als Folge der Wirtschaftsflaute sind nur ein Grund für den Einbruch. Hinzu kommen Zusammenbrüche großer Unternehmen und besondere Probleme einzelner Branchen wie der Banken. Offenkundig haben auch immer mehr Konzerne die von der Regierung Kohl 1993 eingeführte Möglichkeit der gewerbesteuerlichen Organschaft genutzt, um Verluste und Gewinne verschiedener Gesellschaften miteinander zu verrechnen. Die Folge: Selbst Kommunen, die sich früher über den Sitz eines florierenden Konzerns freuten, sehen von einem solchen Betrieb keinen Cent Gewerbesteuer mehr.

Bund, Länder und Kommunen sind sich einig, dass die Gemeindefinanzen wieder auf eine sichere Basis gestellt werden sollen. Eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission soll in diesem Jahr Vorschläge für eine Reform vorlegen. Künftig werden wohl mehr Steuerzahler als bisher zur Finanzierung der Städte und Gemeinden herangezogen werden.