Die Zeit in der Oberstufe hat einige Vorzüge: Man darf sich selbst Entschuldigungen schreiben, auf dem Pausenhof rauchen und kann verhasste Fächer wie Physik abwählen. Die Krönung ist der Abi-Scherz, bei dem man die Lehrer vor der ganzen Schule blamiert und sie das lustig finden. Eine tolle Zeit. Nur sind da leider noch ein paar Kleinigkeiten: Erlaubtes Rauchen geht ins Geld und macht weniger Spaß. Vor allem aber drohen vor dem Abi-Scherz einige schriftliche und mündliche Prüfungen, und die Entschuldigung dafür kann nur ein Arzt unterschreiben. Gut, wenn man rechtzeitig nicht nur die Vorteile, sondern auch die Anforderungen und Fallen der Oberstufe realisiert.

Eine Hilfe dabei ist Clever zum Abitur von Christian Gröll und David Sehrbrock. In ihrem Ratgeber setzen die Autoren schon lange Zeit vor dem Abitur an - wenn die Fächer- und Lehrerwahl ansteht. Anschließend gehen sie auf spezielle Arbeitstechniken ein erklären, wie man ein Referat, ein Protokoll anfertigt oder eine Hausarbeit inhaltlich und optisch möglichst perfekt gestaltet. Schließlich behandelt die Lektüre noch die mündliche Prüfungssituation: Wie rede ich diplomatisch mit schnippischen Lehrern? Was sage ich, wenn ich keine Antwort weiß? Und wie schlachte ich mein Wissen am besten aus? Eindruck schinden können Schüler zum Beispiel, indem sie in ihrer Antwort Verbindungen zu aktuellen Themen aus Wirtschaft und Politik herstellen. Insgesamt bietet Clever zum Abitur einen brauchbaren Überblick über die speziellen Tücken der Oberstufe. Wer gute Lehrer hat, wird allerdings viele der Tipps bereits aus dem Unterricht kennen. Die Frage ist außerdem, ob das Wort "Erfolg" für Abiturienten tatsächlich schon "Organisation + Präsentation + Wissen" bedeuten sollte, wie die Autoren behaupten. Erfolgreich ist ja auch, wer mit seiner Band auf den wichtigsten Musikfestivals in der Umgebung abräumt. Neben dem Lernen. miel Christian Gröll/ David Sehrbrock: Clever zum Abitur Erfolgsstrategien für die Oberstufe Kösel-Verlag, München 2001 128 S., 10,20 e