Mitten auf dem Pariser Montmatre steht ein Elefant. Laute Musik schallt aus dem anliegenden Nachtclub Moulin Rouge

eine kräftige Männerstimme dröhnt im Dunkel der Nacht: "Die Show muss weitergehen!"

Im Kopf des Elefanten, so will es der Kinofilm, wird um die Existenz des Moulin Rouge gerungen. Der Dickhäuter ist nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Holz. Sein Haupt beherbergt die VIP-Lounge des Moulin Rouges: geschmückt mit rotem Samt, Fenstern und Türen, im indischen Mogulen-Stil goldverziert.

Schwere Seidenteppiche bedecken das Parkett. In diesen betörenden Gemächern setzt der Besitzer des Nachtclubs (gespielt von Jim Broadbent) seinen letzten Trumpf. Die schöne Tänzerin Satine (Nicole Kidman) soll dem Herzog von Worcester (Richard Boxbirgh) das notwendige Geld für die neue Theaterproduktion aus der Tasche ziehen, das der laufende Betrieb nicht hergibt. Misslingt es, gehen im Moulin Rouge die Lichter aus.

Eine solche Filmsprache ist neu in Hollywood. Regisseur Baz Luhrmann hat sich in Bollywood, dem Zentrum der indischen Filmindustrie, inspirieren lassen.

Auch die Geschichte seines Films, so könnte man glauben, hat sich der Amerikaner in Indien abgeguckt - das allerdings aus dem richtigen Leben.

Hinter den Kulissen Bollywoods sieht es düster aus: Finanziell läuft es in diesem Jahr so schlecht wie noch nie in der Geschichte des indischen Films.