die zeit: Sie sind nach Hamburg gekommen, um Germanistik zu studieren - jetzt richten Sie mit großem Erfolg Restaurants in Deutschland ein. Und zwar nicht nur chinesische, sondern auch türkische, griechische und italienische. Wie kam das?

Cui Xiaonan: Ich hatte in China Deutsch studiert und wollte in Hamburg meine Sprachkenntnisse verbessern. Aber nachdem die Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens niedergeschlagen worden waren, hatte ich keine Lust, nach China zurückzukehren. Meinen Lebensunterhalt verdiente ich bei einer taiwanesischen Firma, die China-Restaurants ausstattete. Als die Mauer fiel, erkannte ich, dass sich in Ostdeutschland ein neuer Markt auftat, und machte mich selbstständig.

zeit: Vorher hatten Sie mit der Gastronomie nichts zu tun?

Xiaonan: Nein, gar nichts.

zeit: Wie war der Start?

Xiaonan: Als Ausländer ohne Geschäftserfahrung hatten mein Partner und ich es besonders schwer. Die Banken haben uns nicht unterstützt. Zum Glück brauchten wir nicht viel Startkapital, und wir hatten für unsere Idee genau den richtigen Zeitpunkt erwischt.

zeit: Wie haben Sie es geschafft, sich durchzusetzen?