Ein mit modernen Waffen geführter Krieg, um Saddam Hussein zu beseitigen, ist allemal schlimmer als keiner. Nur ein völlig mangelhaftes Vorstellungsvermögen kann zu dem Schluss kommen, dass es anders sein könnte.

Haben wir schon vergessen, was dem irakischen Volk der von Bush senior geführte Krieg an Leid beschert und wie er die Position des Diktators gefestigt hat?

Martin Britsch, Reutlingen

Wenn man allen, die nur die geringsten Zweifel an der Irakpolitik der USA (sprich: Bush) äußern, Naivität, Realitätsferne oder gar unlautere Absichten unterstellt - was ist denn davon zu halten, wenn jemand die Politik der Amerikaner immer wieder kritiklos lobt, ihre Absichten als absolut lauter darstellt und etwaige andere als die genannten Motive abstreitet? Selbst Helmut Schmidt, der stets in Nibelungentreue zu den USA hielt, findet warnende Worte und sagt, dass sich Europa nicht sein Handeln von den USA vorschreiben lassen müsse.

Bei den ganzen Diskussionen seit dem Afghanistan-Krieg fragt man sich doch: Was ist das für eine Welt, in der jemand, der vor den Schrecken eines Krieges warnt, denunziert wird, er schüre "Kriegsangst"? Natürlich habe ich Angst vor einem Krieg. Und natürlich ist eine solche Angst vor dem Krieg richtig.

Wollen wir etwa so weit kommen, dass die Menschen den Krieg wieder als etwas Normales, Alltägliches ansehen, wollen wir Verhältnisse schaffen wie im Mittelalter?

Auch dies ein Aspekt aller Beiträge der Kriegsbefürworter (oft leider auch der Gegner): Es liest sich so, als sei der Krieg eine Verwaltungsmaßnahme, eine Operation unter klinischen Bedingungen, vielleicht noch mit Bedauern als unvermeidlich hingestellt, aber nicht infrage gestellt.