Von ihrer Schnupperreise durch die Küchen dieser Welt berichten 15 Aromaspezialisten - überwiegend Schweizer Ethnologen - in dem bibliophilen Sammelband Pfefferland . 15 Biografien von Chili über Kümmel bis zu der chinesischen Würzmischung Wu Xiang informieren über die scharfen und milden Exoten, die bereits in der Antike hoch im Kurs standen und den Impuls für den europäischen Expansionsdrang lieferten. Die medizinische Wirkung von Gelbwurz und Hirsenschlingel wird ebenso erforscht wie die Geschichte der Insel Sansibar, die noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts 90 Prozent des globalen Gewürznelkenangebots stellte. Was Rosmarin mit Shakespeare zu tun hat und warum Chilischoten Schweiß auf die Stirn treiben, aber auch Wohlgefühl im Bauch erzeugen, untersuchen die Autoren sachlich kompetent, praxisnah und unterhaltsam. Am Ende eines jeden Kapitels stehen Rezepte für ganz besondere Anlässe: für das Brennen von Absinth zum Beispiel oder für ein Knoblauchsuppenfest zu zweit.

Charlotte Beck, Romana Büchel u. a. (Hrsg.): Pfefferland; Geschichten aus der Welt der Gewürze; Edition Trickster im Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2002; 288 S., 19,90 Euro