In den Siebzigern war das so: Eltern guckten mit ihren Kindern Das fliegende Klassenzimmer und erklärten hernach, früher sei alles besser gewesen - schwarzweiß, mit Paul Dahlke als gerechtem Lehrer Doktor Bökh und Peter Kraus als Johnny Trotz, der sich am Ende des Films in einem Lokal just an den Tisch setzt, an dem Erich Kästner seinen Kaffee schlürft, und von dem Dichter ein Buch geschenkt bekommt. Die Neuverfilmung von Regisseur Tomy Wigand ruft ähnliche Wehmut hervor bei allen, die mit der 73er-Fassung aufgewachsen sind, mit Blacky Fuchsberger als Lehrer und Heinz Reincke als Nichtraucher. Wie gut haben es die jungen, von der Filmgeschichte unbeleckten Zuschauer. Sie werden sie mögen: Justus Bökh (Ulrich Noethen), den Nichtraucher (Sebastian Koch) und Jonathan Trotz (Hauke Diekamp)

sie lachen sich scheckig über den in seiner Skurrilität höchst gewöhnungsbedürftigen Direktor Kreuzkamm (Piet Klocke), fragen nicht, warum die Handlung vom Johann-Sigismund-Gymnasium Kirchberg verlegt wurde zum Thomanerchor Leipzig. Und beim nächsten Remake in zwanzig, dreißig Jahren erzählen sie ihrem Nachwuchs, wie schön Wigands Film war, in dem am Ende krass fett gerappt wurde.