Achse des Hasses?

Einem gewissen David Frum, vormals Redenschreiber für George W. Bush, verdankt die Welt, wenn schon nicht die berühmte Formel von der "Achse des Bösen", dann doch das Wissen um ihre Entstehung. Gerade hat Frum einen ersten Insiderbericht aus dem Weißen Haus veröffentlicht (The Right Man: The Surprising Presidency of George W. Bush). Er habe, so berichtet er darin, "eine Rechtfertigung für Krieg" gegen den Irak finden sollen. Was tun? Frum erinnerte sich des glorreichen Sieges gegen die Achsenmächte des Zweiten Weltkriegs, er ließ sich vom Hass inspirieren, der die Attentäter des 11.

September motivierte - und erfand "Die Achse des Hasses". Drei Achsenmächte hatte es gegeben, drei Schurkenstaaten mussten also, wenn möglich, die Achse des Hasses bilden. Schnell kam der Iran mit auf die Liste, auf Nordkorea fiel die Wahl hingegen erst im letzten Augenblick - Außenminister Powell erfuhr davon erst wenige Stunden vor der Rede Bushs. Er nahm es hin wie ein guter Soldat: "Das ist die Meinung des Präsidenten. Es ist seine Rede, also salutiert und folgt." Und die Achse des Bösen? Nicht dem Redenschreiber Frum gebührt der zweifelhafte Ruhm, allerdings auch nicht dem Präsidenten. Frums Chef Michael Gerson wünschte sich eine "theologischere Sprache" und machte aus der "Achse des Hasses" die "Achse des Bösen".

Teurer Probealarm.

Was tut der verantwortungsvolle Bürger, wenn er auf dem Höhepunkt der Milzbrandpanikwelle ein braunes, herrenloses Paket mit der Aufschrift "Dies ist der Wind des Schicksals" im Bremer Hafen findet? Alles, bloß nicht die Polizei alarmieren, würden Ole Wulfers und Stefan Jeep wahrscheinlich sagen.

Die Kunststudenten wurden um fünf Uhr des auf ihre ordnungsgemäße Meldung folgenden Tages von der Feuerwehr geweckt, ihrer Kleider beraubt und in ein Quarantänezimmer gesteckt. Dass das fragliche Paket statt Anthrax Hanuta-Kekse enthielt, ist für Ole Wulfers ein geringer Trost: Die Krankenhauskosten in Höhe von 1000 Euro muss er aus eigener Tasche bezahlen.