Iran? Ja, Iran. Herrliche Baudenkmäler allerorten, Moscheen, Türme, Mausoleen, Kunst darin, farbenprächtige Teppiche, bunte Mosaike, wertvolle Kalligrafien – Schätze des Orients. Jahrhunderte ist’s her, da gab’s von alldem sogar noch mehr, da war das Land größer. Heute sind 1650000 Quadratkilometer Iran geblieben, das sind immerhin viermal mehr, als die Bundesrepublik hat. Aber, wie gesagt: früher. Früher war Hochkultur und Henri Stierlin, der Kunst- und Architekturhistoriker, hat sich auf eine Spurensuche durchs einstmals riesige Perserreich begeben, von Buchara über Samarkand, Isafahan bis hin nach Indien – eine Reise durch Raum und Zeit. Er hat die schönsten Bauten fotografiert, prunkvolle Hammams in Kerman, die armenische Kathedrale in Djulfa, den Grabsaal Djahangirs in Lahore, die Kuppeln der Darb-i-Imam-Mausoleen in Isfahan (unser Foto). Vor uns liegt ein kenntnisreiches Buch, wie man es vom Fachmann Stierlin erwartet – leider in allzu oft spröder Sprache, aber mit großartigen Bildern. Ein schönes Buch, gewiss.

Henri Stierlin: Schätze des Orients. Die prachtvolle Kunst des persischen Reiches von 900 n. Chr. bis heute; Frederking & Thaler Verlag, München 2002; 320 S., ca. 500 Farbfotos, 70,- Euro