die zeit: Herr Oz, hier in der Wüstenstadt Arad müssen Sie sich wenigstens nicht vor irakischen Scud-Raketen fürchten.

Amos Oz: Das stimmte im letzten Golfkrieg - und nicht einmal da. Denn die letzte Rakete explodierte nur ein paar Kilometer von meinem Haus. Man kann nie wissen.

zeit: Überschattet der drohende Krieg gegen den Irak die bevorstehenden israelischen Wahlen?

Oz: Es ist schwer, zwischen einer Tauben- und einer Falkenhaltung zu wählen, wenn eine so bedrohliche Wolke über uns allen schwebt.

zeit: Es sieht im Augenblick so aus, als wäre der Wahlausgang bereits entschieden.

Oz: Ja, es ist wahrscheinlich, dass die Falken gewinnen, und auch wenn ich das tief bedauere, kann ich verstehen, warum das passiert. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Tauben etwas daran hätten ändern können. Nicht alle Wähler sind für Ariel Scharon, aber die meisten wollen nicht, dass Israel unter Zwang Konzessionen macht, denn das würde den Appetit in der islamischen Welt nur steigern. Die Menschen hier sind für Zugeständnisse, sogar sehr weitgehende, aber nicht so.

zeit: Warum?