Einst waren die Briten Vorreiter in Sachen Privatisierung. Nun dreht die Labour-Regierung die Uhr zurück. Unter der stillen Führung von Energieminister Brian Wilson wird jetzt ein Gesetz von 1989 abgeschafft, dass es der Regierung erschwert, Anteile an der privatisierten Stromwirtschaft zurückzukaufen. Hintergrund ist das Siechtum von British Energy. Das Unternehmen wird derzeit nur durch einen Regierungskredit von 650 Millionen Pfund am Leben erhalten, und Investoren überlegen laut, wie sie ihr Geld wiederbekommen. Eine zurzeit breit diskutierte Möglichkeit wäre, British Energy in ein neues Non-profit-Unternehmen umzuwandeln, dessen größter Anteilseigner der Staat wäre. Investoren würden dann mit 400 Millionen Pfund entschädigt und die britische Stromwirtschaft wäre de facto wieder verstaatlicht.