Eskimo! Kunst aus dem Nordpolargebiet: eine fremde Welt. Schon das Wort Eskimo weckt Assoziationen an unendliche Landschaften und das Knirschen von Schlittenkufen im Schnee, an ein Leben, das prall und voller Abenteuer zu sein scheint. Jedoch: Die Zeiten haben sich drastisch geändert. Wie die meisten Naturvölker sind auch die Ureinwohner der Arktis von der westlichen Wirtschaft überrollt worden. Kühne Jäger wurden zu Arbeitern großer Fischfabriken gemacht. Der rasante Wechsel hat sie aus ihrem ursprünglichen Leben mit der Natur in fremdbestimmte, industrielle Strukturen gepresst und eine Fülle sozialer Probleme gebracht. Vor diesem Hintergrund ist die Bochumer Ausstellung besonders sehenswert. Gibt sie doch mit historischen Masken (unser Bild), Skulpturen aus Holz, kunstvoll geschnitzten Geräten und wunderbaren Fotografien – aufgenommen um 1900 – eine Vorstellung von der Welt der Inuit (= Mensch), in der Jagdstrategie, Beutefang und Iglubau noch überlebensnotwendig den Alltag prägten. Einen Eindruck von der Großartigkeit der Landschaft vermitteln Filme, Fotografien und Zeichnungen des Bildhauers Lutz Fritsch. A.M.

Bis 9. Februar, Museum Bochum, Kortumstraße 147. Di, Do, Fr, Sa 11 bis 17 Uhr, Mi 11 bis 20 Uhr, So 11 bis 18 Uhr, Eintritt: 3 Euro. Auskunft: Tel. 0234/51600-30, Internet:www.bochum.de/museum