Anna Dünnebier/Ursula Scheu: Die Rebellion ist eine Frau. Anita Augspurg und Lida G. Heymann. Das schillerndste Paar der Frauenbewegung

Vorwort von Alice Schwarzer

Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen 2002

319 S., 22,- e

Anita Augspurg, die erste Juristin Deutschlands, und ihre Gefährtin, die Bürgerstochter aus Hamburg-Harvestehude Lida G. Heymann - hier wird, im Detail, eine große politische Liebe beschrieben, die 1943 mit dem Tod der beiden im Schweizer Exil endete. Radikale Demokratinnen waren sie, die in freier Rede Bürgerrechte vertraten, das Recht auf Demonstration, auf weibliche Selbstständigkeit durch Bildung und (ausgeübten) Beruf, und die für Frieden kämpften, natürlich vergeblich. "Erschrecken darüber", notiert Alice Schwarzer in ihrem Vorwort, "wie viel sie verloren haben."

Adolf Holl: Brief an die gottlosen Frauen. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2002, 207 S., 17,90 e

Ein Essay, eine Plauderei, dazu eine einzige Provokation: "Sind Frauen womöglich gar keine religiösen Tiere?", fragt der Wiener Theologe Adolf Holls sich und uns auf jeder dieser erstaunlichen Seiten. Holl, ehemaliger Priester und mit über 70 Jahren noch gern in der Rolle des Schelms, will uns zum Grübeln verführen. Waren Frauen immer nur als Touristinnen in jenen geistigen Tempeln der Herren? Sind sie Zuschauerinnen bei den heiligen Verrichtungen, eben weil die nicht ihre Sache sind? Fehlt es an uns "den mystischen Rosen", weil sie ausgerottet wurden, verbrannt wie einst Jeanne d'Arc? Antworten werden höchstens nahegelegt, en passant, dafür finden sich herrliche Sätze wie: "Ich bin ein Ägypter geblieben, seit ich zum Priester geweiht wurde, vor 45 Jahren." Kurz: Zum noch mal Lesen.