Er ist des Amerikaners liebstes Gefährt: der schwere Geländewagen mit durstigem 8-Zylinder-Motor und dicken Reifen. Mehr als drei Millionen dieser sport utility vehicles, kurz SUV genannt, wurden im vergangenen Jahr in den USA verkauft, dreimal so viel wie zehn Jahre zuvor. Für die "großen drei" der US-Automobilindustrie, General Motors (Hummer), Ford (Explorer) oder Chrysler (Jeep, Dodge Durango), sind in diesem Segment die dicksten Profite drin. Und bei der am vergangenen Wochenende eröffneten Auto Show in Detroit zeigten sie allesamt ihre neuesten Kraftprotze mit bis zu 1000 PS. Doch pünktlich zum Messestart warnte eine umweltbewegte Gruppe um die kalifornische Kolumnistin Adrianna Huffington in TV-Spots: Jede Tankfüllung der spritfressenden SUVs fülle die Kassen saudi-arabischer Öl-Scheichs, von denen wiederum die Terroristen ihr Geld bekämen. Dies sorgte nicht nur in der Autostadt Detroit für helle Aufregung, zumal im Vorfeld schon christliche Gruppen gegen die Energieverschwendung protestierten ("Was würde Jesus fahren?") und radikale Umweltaktivisten einzelne SUVs beschmierten oder gar anzündeten.

Bekäme der amerikanische Geländewagen-Boom einen Dämpfer, würde dies auch deutsche Hersteller treffen. Sowohl Porsche (Cayenne) als auch VW (Touareg) stellten in Detroit ihre ersten vor allem mit Blick auf den US-Markt entwickelten SUVs aus, Mercedes (M-Klasse) und BMW (X5) sind schon länger gut im Geschäft. Um die SUV-Gegner zu besänftigen, wollen Ford und GM nach dem Vorbild von Toyota/Lexus demnächst auch Geländewagen mit vergleichsweise sparsamen Hybrid-Motoren (Benzinmotor gekoppelt mit Elektroantrieb) anbieten.

Die Deutschen setzen dagegen auf ihre effizienten Diesel. Chrysler-Chef Dieter Zetsche will sparsame Mercedes-Diesel in ein amerikanisches Jeep-Modell verpflanzen, und auch VW-Chef Bernd Pischetsrieder hat just nach seiner Rückkehr aus Detroit die VW-Strategie für den US-Markt überdacht: "Wir werden eine richtig ernsthafte Diesel-Offensive starten." Vielleicht: "Jesus würde Diesel tanken"?