Ein gewichtiges Argument muss Naumanns pragmatischen Einwänden noch hinzugefügt werden, nachzulesen im Grundgesetz, Artikel 26: "Handlungen, die geeignet sind ... die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen." Wie unerträglich ist der Gedanke, dass ausgerechnet Deutschland im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen für einen Angriffskrieg gegen den Irak stimmen könnte! Wie stolz können wir andererseits auf jeden Politiker sein, der in einer so essenziellen Frage aktiv, selbstbewusst und unzweideutig die Werte unserer Verfassung vertritt und höher bewertet als alle Koalitionszwänge.

Gabriele Harth und Heinz Kitzerow, Paderborn

Leider sehe ich kommen: Die rot-grüne Regierung wird umfallen. Sie wird sich dem amerikanischen Druck beugen und durch ein Ja zum Irak-Krieg im UN-Sicherheitsrat ihre Rolle in der neuesten US-Inszenierung übernehmen, in der auf der weltpolitischen Bühne der amerikanischen Kriegspolitik der völkerrechtliche Segen erteilt werden soll.

Nur: Wer glaubt denn noch an ehrliche und rechtmäßige Absichten hinter diesem Theater? Eine deutsche Regierung, die sich dazu hergäbe, bei diesem zynischen Spiel mitzumachen, hätte nicht nur den Rest ihrer Glaubwürdigkeit verspielt, sondern auch die Erwartungen all derer, die ihre Wahlentscheidung im vergangenen September für eine friedliche Lösung des Konflikts getroffen haben, bitter enttäuscht.

Andrea Welz, Lahr

Na endlich! Darauf habe ich lange gewartet: Eine klare Position gegen den Opportunismus - das steht der Zeitung von Gerd Bucerius und Marion Dönhoff gut an!

Hoffentlich ist es noch nicht zu spät, das Blatt zu wenden. Wir sind doch keine Vasallen! Wir sind den USA da verbunden, wo wir einer gemeinsamen Grundeinstellung folgen. Wir verdanken den Amerikanern viel, aber das gibt ihnen nicht das Recht, genau den Kadavergehorsam von uns zu verlangen, den sie uns zu Recht ausgetrieben haben.