Donald Rumsfeld, Amerikas Verteidigungsminister, sagte im Hinblick auf die nordkoreanische Atomdrohung: Die Vereinigten Staaten könnten ohne Probleme zwei Kriege führen. Mittlerweile ist eine dritte Front entstanden.

Durch den Ausfall der Öllieferungen Venezuelas hat sich der Benzinpreis in Nordamerika um 10 Cent pro Gallone erhöht. Die US-Wirtschaft spürt bereits die Folgen.

Die Opec, die sich derzeit mehr Sorgen um die Weltwirtschaft zu machen scheint als der Großstratege Bush und der Steuerfachmann Schröder, hat deshalb Anfang der Woche gehandelt. In Wien hoben die Scheichs und Minister die Produktionsquoten um 6,5 Prozent an. Damit ist kurzfristig die Gefahr gebannt, dass der Ölpreis weiter stark ansteigt. Doch die Ölmärkte bleiben aufgewühlt.

Ironischerweise half in den vergangenen Wochen ausgerechnet der Irak, die Lücke von Venezuela zu füllen. Bagdad warf täglich rund 2 Millionen Barrel mehr auf den Markt. Greifen die Amerikaner jedoch den Irak an, wird diese Quelle versiegen. Dazu kommt die Unsicherheit, ob Saddam Hussein Ölquellen in Nachbarländern beschießen wird, um seinen erzwungenen Abgang wenigstens mit einem epochalen Wüstenfeuer zu dekorieren.

In Amerika wächst deshalb die Kritik an der US-Regierung. Zwei Kriege auf einmal führen zu können, sei schon ziemlich schick. Nötiger aber wäre kluges Management an drei Krisenherden zugleich. Venezuela kann das durchaus gebrauchen.