[Abstract] Das Beste im französischen Bildungssystem, sagt Luc Ferry, seien das System der Grandes Ecoles und die Vorschulen für die Drei- bis Fünfjährigen. Beunruhigt zeigt er sich im Gespräch mit der ZEIT darüber, dass 15 % der Grundschulabgänger nicht ausreichend lesen und schreiben können und dass 150.000 Kinder ohne Abschluss die Schule verlassen. Leider ist auch die Zahl der deutschlernenden Franzosen rückgängig. Nur noch 16 % der Franzosen lernen Deutsch, in Deutschland sieht es mit 15 %, die Französisch lernen, nicht besser aus. Ferry schlägt daher vor, dass Englisch bereits in der Grundschule gelehrt wird und in den weiterführenden Schulen zwei zusätzliche Sprachen. Einen weiteren negativen Aspekt sieht Ferry in der Zerstörung der Traditionen, für die er die 68-er verantwortlich macht. Sprache und Umgangsformen sind aber seiner Meinung nach wichtige Bestandteile des Bildungssystems. Insofern plädiert der Minister für die Wiedereinführung altbewährter Übungen, wie z. B. das Auswendiglernen von Gedichten. Auch das rückgängige Interesse an den Naturwissenschaften sieht Ferry mit Sorge. Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland haben sich 20 bis 25 % weniger Studenten für naturwissenschaftliche Fächer eingeschrieben als noch vor 10 Jahren.[Zum Artikel]