Antje Vollmer: "Der Respekt vor Schröder wächst" Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer sieht die rot-grüne Regierung in ihrer Ablehnung des Irak-Kriegs international gestärkt. Je länger die Debatte über den Konflikt anhalte, "umso mehr Stimmen sagen: Gut, dass einer der Freunde aus dem Bündnis die kriegskritische Position formuliert", sagt die Grünen-Politikerin der ZEIT. Entgegen der skeptischen Mediendebatte wachse international der Respekt für die Haltung der deutschen Regierung. "Würde der Bundeskanzler heute seine Position wechseln, würde er Respekt verspielen - beim amerikanischen Präsiden-ten wohl zuerst." Antje Vollmer warnt, falls es im Irak zu einem Krieg kommt, könnte die gesamte Region in ein "hundertjähriges Chaos" stürzen. Saddam Hussein sei zurzeit "der bestkontrollierte Diktator der Welt - wenn das nicht reicht, wird der Krieg nie aufhören".IG-Chemie-Chef Schmoldt: Notfalls Sanktionen Absprachen zwischen Regierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften im neuen Bündnis für Arbeit müsten notfalls mit der Drohung von Sanktionen durchge-setzt werden, fordert der Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, E-nergie (IG BCE) Hubertus Schmoldt in der ZEIT. Hielten sich die Arbeitgeber zum Beispiel nicht an einen verabredeten Abbau der Überstunden, müsse "über das Arbeitszeitgesetz und steuerliche Instrumente neu nachgedacht werden." Im Streit um die Einbeziehung der Tarifpolitik in die Bündnis-Verhandlungen stellt der Gewerkschaftschef klar, dass es dabei nur um die Diskussion wirt-schaftspolitischer Rahmendaten gehe. Wenn die Arbeitgeber den Eindruck erwecken wollten, über diese Debatte käme man zu ganz bestimmten Abschluss-größen, würden sich alle Gewerkschaften wehren, sagt Schmoldt. Die vom DGB-Vorsitzenden Michael Sommer zur Senkung der Lohnnebenkos-ten geforderten Steuererhöhungen lehnt der Gewerkschafter Schmoldt ab: "In der jetzigen konjunkturellen Situation kann es nicht um Steuererhöhungen gehen." Um die Lohnnebenkosten zu verringern, müsse man sich "auf andere Weise quälen". TV-Produzent Hofmann: Schauspieler-Gagen sinken um 30 bis 40 Prozent Die Medienkrise trifft nun auch die Schauspieler, sagt der erfolgreiche TV-Produzent Nico Hofmann ("Der Tunnel", Sat.1). "Gagen, auch für Fernsehstars, sinken derzeit um 30 bis 40 Prozent," sagt er der ZEIT. Hofmann ist Geschäftsführender Gesellschafter der TV-Produktionsgesellschaft teamworx in Berlin. Am Mittwoch und Freitag dieser Woche ist sein jüngster Zweiteiler "Eine Liebe in Afrika" in der ARD zu sehen sein. In den Hauptrollen: Heiner Lauterbach, Hannelore Elsner und Julia Stemberger. Theologe Abu Zayd: Koran darf nicht missbraucht werden Der im holländischen Exil lebende ägyptische Theologe Nasr Hamid Abu Zayd fordert, der Ko-ran dürfe nicht länger zum Zwecke politischer Manipulation missbraucht werden. In der ZEIT schreibt Zayd, nur eine Vielfalt von Auslegungen und Interpretationen könne sicherstellen, dass der Koran nicht für beliebige Machtinteressen und Ideologien instrumentalisiert werde. "Man sollte die Auffassung der ersten Generation von Muslimen und der folgenden Generationen nicht für endgültig oder absolut halten. Der Text des Koran gestattet einen endlosen Decodierungsprozess. In diesem Prozess sollte aber die ursprüngliche Wortbedeutung nicht ignoriert oder vereinfacht werden." Abu Zayd zählt zu den bedeutendsten liberalen Theologen des Islam. Wegen seiner Koran-Interpretationen wurde er in Ägypten als Abtrünniger verfolgt und musste 1995 das Land verlassen. Nationaler Ethikrat: "Keine einzige zwingende Lösung" Der Nationale Ethikrat wird am Donnerstag in Berlin seine Stellungnahme zur Anwendung der Präimplantationsdiagnostik (PID) vorlegen: "Wir haben die PID sehr, sehr intensiv diskutiert", sagt der Ratsvorsitzende Spiros Simitis der ZEIT. Man werde aber "keine einzige zwingende Lösung" präsentieren, sondern wolle sich auf die Sammlung und Bewertung von Argumenten beschränken. "Die Ab-stimmung ist Sache des Bundestages." Es sei zudem dringend erforderlich, dass der Gesetzgeber die Beratungen über ein Fortpflanzungsmedizingesetz aufnehme, fordert Simitis: "Wir dürfen nicht länger von einem zum nächsten Einzelproblem hetzen." In der Diskussion über ein internationales Klonverbot unterstützt Simitis die in-terfraktionelle Initiative von SPD, CDU und Grünen für ein Totalverbot des Klo-nens. Kritisch äußerte er sich über die Berichterstattung der Medien zu den An-kündigungen der Raelisten-Sekte: "Ich war - wie meine Kollegen im Ethikrat- entsetzt, wie viel Platz die Medien diesen Scharlatanen eingeräumt haben." Patrick Steward alias Captain Picard: Angst bestimmt mein Leben Der Schauspieler Patrick Steward, 62, wurde weltberühmt durch seine Rolle als Captain Picard in "Star Trek", der Nachfolgeserie von "Raumschiff-Enterprise". Steward, Sohn eines britischen Offiziers, über seinen Vater: "Ein außergewöhnlicher Mann, charismatisch, streng und Furcht einflößend. Einer, der über seine Familie herrschte wie über sein Regiment. Ein Mann, der mich tief verunsicherte." Als Patrick Steward mit 19 Jahren seine Haare ausgingen, flüchtete er vor seinen Komplexen und der Herrschaft seines Vaters auf die Bühne. Der ZEIT sagt er: "Die Angst hat lange mein Handeln bestimmt, privat und beruflich ... Sie ist immer noch nicht völlig verschwunden und behindert mich noch heute." Von 1966 an spielte er in zahlreichen Aufführungen der Royal Shakespeare Company : "Meine Wurzeln liegen im Theater." Vor der Kamera gäbe er, so meint er, einen "überzeugenden Amerikaner" ab, "aber ich bin Brite, und die britische Bühne ist meine Heimat." Im zehnten "Star Trek"-Film "Nemesis", der jetzt angelaufen ist, verkörpert Patrick Steward wieder die Rolle des Captain Picard. Für Rückfragen stehen Ihnen Elke Bunse oder Verena Schröder, ZEIT-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, (Tel.: 040/3280-217, Fax: 040/3280-558, e-mail: bunse@zeit.de bzw. schroeder@zeit de) geren zur Verfügung.