London ist teuer, das weiß jeder. Aber ab Februar wird es noch ein wenig teurer, wenigstens für Autofahrer. Bürgermeister Ken Livingston führt eine "Verstopfungsgebühr" ein, wie er das nennt. Dann muss jeder Autofahrer, der mit dem Wagen in die Innenstadt fährt, eine Straßengebühr von 5 Pfund bezahlen. Für 200 Millionen Pfund wurden rund um den Innenstadtbereich 230 Kameras installiert, die jedes Auto registrieren, das in die City hineinfährt. Wer keine Zeitkarte hat, kann dann per Internet, per SMS-Nachricht oder persönlich bezahlen. Von der Straßensteuer befreit sind nur Taxis sowie Kranken- und Feuerwehrwagen. Die erwarteten Einnahmen in Höhe von 80 Millionen Pfund sollen in den öffentlichen Nahverkehr der Stadt investiert werden. Damit die Londoner U-Bahnen dann bald etwas weniger verstopft sind.

Automarkt: Zahlen runter

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 3,25 Millionen Pkw neu zugelassen, 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit dem Boomjahr 1999 (3,8 Millionen Zulassungen) schon das dritte Jahr mit abnehmender Tendenz. Besonders ärgerlich für die deutschen Hersteller: Die Importmarken konnten ihren Marktanteil von 32,9 auf fast 34 Prozent steigern.

Einen Schuldigen für die schwachen Verkäufe hat die deutsche Autoindustrie bereits ausgemacht. Hans Eichel habe mit seinen Steuererhöhungsplänen für Dienstwagen die Großkundenbestellungen bei deutschen Herstellern in den Monaten November und Dezember um fast 20 Prozent einbrechen lassen, was monatlich ungefähr 10000 Fahrzeugen entspricht. Die Zahl stammt aus einer Umfrage des Prognose - Instituts AutoFuture aus Leverkusen. Laut Instituts-Chef Ferdinand Dudenhöffer sei die derzeitige Unsicherheit für die deutschen Hersteller so schädlich, weil mehr als 45 Prozent aller Zulassungen hierzulande auf "juristische Personen" (also Firmen und Organisationen) entfallen und 85 Prozent aller verkauften Firmenwagen wiederum aus deutscher Produktion stammen. Dudenhöffer befürchtet deshalb schon "empfindliche Produktionskürzungen" in den nächsten Monaten.

Ob es so weit kommt, ist allerdings fraglich. Eine große Koalition der Länderfürsten von Sigmar Gabriel (SPD) aus dem VW-Land Niedersachsen bis Edmund Stoiber (CSU), der für die BMW- und Audi-Fabriken in Bayern kämpft, will die Steuererhöhung stoppen. Und VW-Chef Bernd Pischetsrieder, der die Erhöhung für die private Nutzung seines Dienst- Phaeton locker bezahlen könnte, die Steuererhöhung aber mit Blick auf Außendienstler und andere weniger betuchte Betroffene für "Unfug" hält, glaubt, dass die Berliner diese schon bald ad acta legen. Vielleicht weiß der VW-Chef ja schon mehr als die Landesfürsten. Schließlich ist er der einzige Autoboss, der nach wie vor beharrlich einen Aufschwung im inländischen Autogeschäft für 2003 prognostiziert. Und den könnte Marktführer VW, der im vergangenen Jahr 4,6 Prozent weniger Autos in Deutschland verkaufte, ebenso gut wie die Bundesregierung gebrauchen.

Cola: Anspruch rein

Politische Hintergedanken weist Mahmoud Hinnaui von sich. Doch der Geschäftsführer der Hamburger Importfirma IPM wittert dennoch enormes Potenzial für sein neues Produkt. Für Mecca Cola, eine süße, koffeinhaltige Limonade aus Frankreich, sei neben Coca-Cola noch "genug Platz", meint der gebürtige Syrer mit abgebrochenem Medizinstudium. Allein in den letzten Tagen hätten ihn 150 Kunden um Ware gebeten. Türkische Lebensmittelhändler, aber auch ein Galerist seien unter ihnen. Die nach der heiligen Stadt benannte Brause ist in Frankreich erfolgreich und transportiert auf dem Etikett sehr wohl einen politischen Anspruch. "Trink nicht mehr idiotisch, trink engagiert" steht da auf Französisch und Arabisch zu lesen. Von den Erlösen sollen "10 Prozent für Palästina und 10 Prozent für die europäischen Stiftungen" abgezweigt werden. Ob sein Lieferant und Mecca-Cola-Erfinder, Tawfik Mathlouti, der in Paris lebt, das Versprechen auf den Etiketten der "engagierten Brause" auch einhält, weiß Importeur Hinnaui nicht.