Sein Lebenslauf erinnert an den des Bundeskanzlers: Hubertus Schmoldt (58) wuchs als Halbwaise in Niedersachsen auf. Nach der Realschule machte er zunächst eine Lehre als Maschinenschlosser. Danach studierte er – um dann Vollblut-Gewerkschafter zu werden. Der Mann, der sich selbst einen "Interessenmanager" nennt, gilt denn auch als enger Vertrauter Gerhard Schröders. Und als Genosse vieler Bosse: Gern unterstützt er die Belange der Konzerne aus Chemie, Pharma und Energie. So war er auch dagegen, dem grünen Umweltminister die Kompetenz für Energiepolitik zu übertragen. Die verwaltet weiterhin der Wirtschaftsminister – in der Regel eher im Sinne der Unternehmen.

1995 übernahm Schmoldt den Vorsitz der IG BCE, die heute Bergbau, Chemie und Energie vereint. Sein Vorgänger Hermann Rappe hatte den Kampf gegen die Traditionalisten da längst gewonnen. Seither sind die IG BCE und ihr Chef immer etwas flexibler und pragmatischer als andere Gewerkschaften.

Auch – zumindest nach außen – weicher und unbestimmter. Von harten Tönen und lauten Forderungen hält Schmoldt im Gegensatz zu seinen Kollegen bei ver.di oder IG Metall wenig. Wie kaum ein anderer steht er für das deutsche Konsensmodell. Daran darf natürlich auch Wolfgang Clement teilhaben. Obwohl er dessen Angriff auf den Kündigungsschutz ablehnt, kann Schmoldt mit dem Wirtschafts- und Arbeitsminister viel anfangen. Einen "alten Bekannten" nennt er ihn, mit dem die Gewerkschaften "schon viele Probleme gelöst haben".