Kofi Annan fordert uneingeschränkte Befolgung der Resolution 1441Der UN-Generalsekretär Kofi Annan betont die Rolle der Inspektionschefs, die den irakischen Regierungsvertretern genau aufgelistet haben, was vom Irak erwartet wird. Der ZEIT sagt er: "Wir erwarten jetzt vom Irak die uneingeschränkte Befolgung der Resolution 1441 und eine aktive Kooperation mit den Waffeninspektoren. Der Irak hat eine klare Botschaft bekommen, und ich kann die irakische Regierung nur eindringlichst auffordern, die Bedingungen von Reso-lution 1441 zu erfüllen - um ihres Volkes willen, um des Landes willen und um der ganzen Re-gion willen."Giscard d'Estaing gegen das Wort "Gott" in der EU-Verfassung Der Präsident des Europäischen Verfassungskonventes, Valery Giscard d'Estaing, spricht sich gegen die Erwähnung von "Gott" in der künftigen Europäischen Verfassung aus. Gegenüber der ZEIT und dem Deutschlandradio Berlin erklärt das ehemalige französische Staatsoberhaupt, ein "Bezug auf Gott" sei nicht angebracht. Europäer hätten zwar ein spirituell religiöses Erbe. Sie lebten aber in einem rein weltlich, politischen System, in dem die Religion keine Rolle spiele. Giscard d'Estaing fordert zudem mehr Effizienz von der Europäischen Union. "Wie schlecht funktioniert doch vieles", sagt er der ZEIT und verlangt, das System müsse "transparent und verständlich" werden. Dazu gehöre auch, das Rat und auch Kommission besser arbeiteten. Vor allem in der Gemeinsamen Außenpolitik sei zu wenig von den Institutionen zu hören. Im derzeitigen Irakkonflikt müsse "mehr passieren". Giovane Elber: Schneller Wechsel in die spanische Liga Giovane Elber, der brasilianische Stürmer des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München, träumt von einem schnellen Wechsel in die spanische Liga. "Ich will nicht noch drei, vier Jahre in Deutschland spielen und dann irgendwann sagen, das war ein Jahr zu viel und dann womöglich nie wieder er der ZEIT. Das Wetter in Deutschland erträgt er kaum noch. "Ich habe gedacht, ich schaff das nicht, ich kann hier von Oktober bis März keinen Fußball spielen ... Meine Frau und ich glauben, in Spanien könnten wir zu meinem Karriereende ein bisschen mehr leben." Elber hat beim FC Bayern München, dem derzeitigen Tabellenführer, einen Vertrag bis zum Sommer 2004. "Wenn's früher klappt, ist es auch gut", sagt Elber im Hinblick auf eine vorgezogene Vertragsauflösung, "aber ich richte mich noch auf einen Winter ein und auf ein Oktoberfest." Nach dem Ende seiner aktiven Karriere will er Spielerberater werden und junge brasilianische Fußballprofis nach Europa vermitteln. Giovane Elber kam mit 19 Jahren von Brasilien nach Europa. Er spielte erst bei den Grashoppers Zürich und dann beim VfB Stuttgart, ehe er 1997 zu den Bayern wechselte. Elber kann sich auch nach so langer Zeit noch immer über die Deutschen wundern: "Wenn ich in Deutschland um zehn Uhr abends in ein Restaurant gehe, dann ist das leer. Als Brasilianer denke ich natürlich: Die Leute kommen noch. Dabei sind die schon wieder zu Hause." Er bedauert, dass die Städte ab acht Uhr in Deutschland leer sind: "Ich könnte auf die Straße pinkeln, und keiner würd's merken." Mehr Gerechtigkeit bei Arbeitszeit der Lehrer Eine Kommission der Hamburger Schulbehörde will die Arbeitszeit der Lehrer grundlegend reformieren. Kern ihrer Empfehlung: Die 45-Minuten-Stunde in der Schule soll als Berechnungsgrundlage aufgehoben werden. Stattdessen regen die Experten an, die Aufgaben für jeden Lehrer individuell so zu kalkulieren, dass am Ende für alle potenziell die gleiche Arbeitszeit herauskommt. Gerechter, transparenter und effizienter solle das neue Modell sein, sagt der Leiter der Hamburger Arbeitszeitkommission Reiner Schmitz gegenüber der ZEIT. Die ungerechte Verteilung der Arbeit in deutschen Lehrerkollegien haben zahlreiche Studien belegt. Das neue Modell berücksichtigt nicht nur die Zeit, die ein Lehrer vor der Klasse steht, sondern ebenso den Aufwand für die Unterrichtsvorbereitung sowie für die Korrektur von Klausuren. Darüber hinaus honoriert es Pädagogen, die sich auch außerhalb des Unterrichts engagieren. Lehrer, die Deutsch oder Sprachen unterrichten, würden unter dem neuen Modell entlastet. Sportlehrer müssten mehr unterrichten. "Es wird Sieger und Verlierer geben. Darin steckt Zündstoff", sagt Kommissionsleiter Reiner Schmitz Oscar-Academy schmettert palästinensischen Film ab Humbert Balsam, der französische Produzent von Elia Suleimans preisgekröntem Film Intervention Divine erfragte bei der Oscar-Academy die Chancen einer Nominierung als bester ausländischer Film. Er wurde abgeschmettert, sagt er der ZEIT. Palästina, so die Argumentation des zuständigen Academy-Sprechers, sei kein eigenständiger Staat im Sinne der UN-Richtlinien. Die formalistische Ablehnung des Academy-Vertreters brachte palästinensische und arabische Menschenrechtsorganisationen sowie diverse Zeitungen und Verbände auf die Barrikaden. In ähnlichen Fällen, so die Gegenseite, drücke die Academy regelmäßig ein Auge zu. Die abschlägige Antwort führt Balsam auf die Angst der Academy zurück, von ihren Mitgliedern allein schon wegen der Kandidatur eines eindeutig propalästinensischen Films kritisiert zu werden. Mehr Mut bewiesen in diesem Zusammenhang die am 6. Februar beginnenden Berliner Festspiele. Kurz nach seiner Auseinandersetzung mit der Oscar-Academy wurde Humbert Balsam als Mitglied der internationalen Berlinale-Jury eingeladen. Für Rückfragen stehen Ihnen Elke Bunse oder Verena Schröder, ZEIT-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, (Tel.: 040/3280-217, Fax: 040/3280-558, email: bunse@zeit.de bzw. schroeder@zeit.de)gern zur Verfügung.