Es war an einem Donnerstag vor dem langen Allerheiligen-Wochenende. „Meine“ RB 42 von Essen Hbf nach Köln Hbf sollte um 17.39 Uhr abfahren. In Anbetracht des langen Wochenendes hatte ich mich in weiser Voraussicht früher als sonst zum Bahnhof an den Schalter begeben, so dass ich mich bereits um 17.15 Uhr in einer Mega-Schlange an einem „Express-Schalter“ anstellen durfte. Ich brauchte lediglich noch ein Ticket von Langenfeld nach Köln (davor gilt mein Studenten-Ticket).

Nachdem ich aus Ansteh-Langeweile alle Menschen genau gemustert hatte, schweifte mein Blick auf die berühmte DB-Uhr: Sie zeigte 17.37 Uhr an!! Ich war vielleicht drei Meter weiter vorwärts gekommen, aber nicht bis zum Schalter. Schließlich entschloss ich mich, blitzschnell zum entsprechenden Gleis zu sprinten. Oben angekommen, stand auch schon der Zug. Davor der Schaffner, den ich fragte, ob ich bei ihm gleich ein Ticket nachlösen könnte. Der Schaffner völlig entspannt: "Nein. Einstieg gilt ausschließlich mit gültigem Ticket." Darauf antwortete ich, dass ich a) nur noch ein Ticket von Langenfeld (bei Düsseldorf) bis Kölle bräuchte und dass ich b) bereits seit 17.15 Uhr am Schalter stand und nicht einsehe, mehr als 30 Minuten vor Abfahrt am Schalter zu stehen. Darauf er: "Tut mir leid, es geht nicht. Nehmen sie den nächsten Zug in einer Stunde!" (Lügner! Das tat ihm ganz bestimmt nicht leid!)

Ich bin einfach eingestiegen. Sein Kollege erklärte sich dann gnädigerweise bereit, mir ein Ticket zu verkaufen. Aber der Hammer kam ja noch: Der Pfiff zur Abfahrt ertönte, beide Schaffner standen im Abteil, jeweils vor einer Türhälfte. Die Tür war just geschlossen, da erschien eine kleine Menschentraube draußen vor der Tür. Ein Mann drückte noch rasch auf den Türöffner, die Tür wollte gerade aufgehen, doch die Schaffner griffen blitzschnell zu jeweils einem Türgriff und pressten die beiden Türhälften mit aller Kraft aneinander, um ein Eindringen der unwillkommenen DB-Gäste zu verhindern. Man stelle sich nun vor: Das Abteil war rappelvoll, und alle schauten zu, wie sich dieser Vorgang des Öffnens von außen und des Wiederzuschiebens der Türen durch die Schaffner ca. sieben Mal wiederholte: auf - zu - auf - zu - auf - zu....

Beendet wurde diese Reaktionskette letztendlich durch einen eintretenden Türschaden. Die Tür blieb halb offen halb zu stehen und war nicht mehr zu bewegen. Die Schaffner waren sauer - die „Kämpfer“ froh. Sie stiegen schließlich alle ein. Rege Diskussion im Abteil. Die Fahrt konnte losgehen.