Im September 2002 habe ich mich entschieden, zur Anreise zu einem Seminar am Bodensee vom Saarland aus die Bahn zu benutzen. Am Abreisetag war ich pünktlich am Bahnhof Homburg/Saar und sah auf der Anzeigetafel, dass der von mir ausgewählte Zug 20 Minuten Verspätung hatte. Folglich hätte ich meinen Anschlusszug in Mannheim verpasst und ich bat eine (sehr freundliche) Bahnmitarbeiterin um Hilfe. Mit einem neuen Ausdruck in der Hand, der mir eine andere Verbindung ab Mannheim ermöglichte, stieg ich dann in meinen (wegen Lokschaden) mittlerweile 25 Minuten verspäteten Zug. Bis Mannheim kamen zu den 25 Minuten Verspätung aus unerklärlichen Gründen noch 12 weitere hinzu, was zur Folge hatte, dass auch der 2. Anschlusszug bereits weg war.

Ich entschied mich für eine dritte Verbindung über Stuttgart an den Bodensee. Der Zug von Mannheim nach Stuttgart jedoch musste unterwegs außerplanmäßig für 15 Minuten halten und ich konnte nun nicht mehr direkt von Stuttgart zum Bodensee fahren, sondern musste nach eineinhalb Stunden Wartezeit zuerst nach Singen fahren und dort nochmals umsteigen.

Endlich am Ziel angekommen, hatte ich für die Strecke Homburg/Saar-Überlingen geschlagene neun Stunden gebraucht! Bei Seminarende entschloss ich mich, wegen meiner Erlebnisse bei der Hinreise, mit einer Kollegin im Auto bis Mannheim zu fahren und erst ab dort wieder die Bahn bis Homburg zu benutzen. Zum krönenden Abschluss erfuhr ich dort, dass der Zug, mit dem ich vom Bodensee nach Mannheim gefahren wäre, 20 Minuten Verspätung hatte und dass ich den letzten Zug von Mannheim nach Homburg verpasst hätte, wenn ich mich nochmals komplett auf die Bahn verlassen hätte. Dies hätte eine Übernachtung in Mannheim erforderlich gemacht und mich schlimmstenfalls einen wichtigen Termin am nächsten Tag versäumen lassen.

Mein Fazit: Die Bahn kommt - fragt sich nur wann. Ich fahre jetzt alle Strecken mit dem Auto.