Es war einmal – so fangen Märchen an, Geschichten die unwahrscheinlich sind. Doch dies ist kein Märchen, das erfunden wurde, sondern erlebte Wirklichkeit, bahnbrechend sozusagen.
Die Geschichte beginnt Anfang Dezember 2002. Die Familie B. in B. beschließt, einen Antrag auf eine der neuen Bahncards einzureichen, und zwar postalisch direkt bei dem ausstellenden Service-Center in S. - in der Hoffnung, die Card ca. 3 Wochen später auch in Händen zu haben, um sie für eine geplante Fahrt zu Beginn des neuen Jahres nutzen zu können.
Als Weihnachten unmittelbar vor der Tür steht, ist immer noch keine Antwort auf den Antrag erfolgt ist. So beschließt der besorgte Familienvater, telefonisch den Stand der Bearbeitung zu erfragen. Am anderen Ende des Telefons wird ihm mitgeteilt, sein Antrag liege gar nicht vor, er sei wohl mit der Weihnachtspost verloren gegangen. Abschließend wird ihm noch der gute Rat erteilt, einen neuen Antrag zu stellen. Etwas frustriert und auch verärgert beschließt der Familienrat, dies erst einmal zu lassen und die geplante Fahrt nun per Auto durchzuführen.

Voller ungläubigem Erstaunen bekommt die Familie ein oder zwei Tage nach Weihnachten Post vom Service-Center, in der mitgeteilt wird, der Antrag liege vor, ihm könne aber im Falle eines Familienmitgliedes nicht entsprochen werden (wegen des Überschreitens einer Altersgrenze). Es wird gebeten, deshalb Rücksprache mit dem Bearbeiter zu nehmen, mit dem dezenten Hinweis auf eine nicht ganz günstige Telefonnummer – obwohl es doch inzwischen auch in Deutschland 0800 – Nummern gibt. Da telefonisch kein Durchkommen ist, wird zur Klärung der Weg per E-Mail gewählt, ohne dass jedoch eine Rückantwort zustande kommt.
Wenige Tage später ist erneut Post von dem Service-Center da (muss wohl seinem Namen entsprechen), doch nicht die Bahn-Card ist darin, sondern der Hinweis auf eine neue Komplikation: eines der Passbilder für die Card fehle (obwohl ganz bestimmt alle Bilder enthalten waren, als der Antrag abgeschickt wurde). Sinnvollerweise wird aber nicht mitgeteilt, welches der drei in Frage kommenden Bilder es denn sei. Erneut der enervierende Versuch, per Telefon durchzudringen, was schließlich auch gelingt. Doch zum Erstaunen des Anrufers weiß die Dame am anderen Ende gar nichts mehr von einem fehlenden Foto. Vielmehr teilt sie ihm noch einmal das bereits früher genannte (und per E-Mail geklärte) Problem mit. Der Anrufer ist völlig frustriert und gibt dies auch zu erkennen. Außerdem macht er deutlich – es ist inzwischen bereits der 8. Januar – dass er die Bahncard bis spätestens Mitte Februar endlich benötige. Doch die Dame weiß nur soviel: Es dauere noch mindestens 8 Wochen, bis er sie bekäme. Es sei am besten, einen neuen Antrag einzureichen und diesen direkt an einem Bahnschalter abzugeben, so dass man sofort eine vorläufige Card ausgehändigt bekomme.

Fazit: Pünktlichkeit war einmal eine der hervorstechendsten Eigenschaften bzw. das Ziel überhaupt der DB. Wo ist das geblieben?

PS: Ebenfall kurz vor Weihnachten wurde eine Fahrplanauskunft per Internet beantragt. Reaktion: Derzeit bestehe eine Wartezeit von 19 Stunden. Man solle seine E-Mail-Adresse angeben und werde per E-Mail Antwort erhalten.
Inzwischen haben wir den 23. Januar 2003. Die E-Mail ist noch nicht eingetroffen. Und wenn die Familie noch nicht gestorben ist, wartet sie noch immer – sowohl auf eine endgültige Bahncard als auch auf die Auskunft.