[...] Das Wochenende in Hamburg war klasse. Dafür war es die Rückfahrt umso weniger. Wir setzten uns an unsere gegenüberliegenden, reservierten Fensterplätze als schon eine Mami mit Kind mit sauerer Mine ankam und meinte sie habe genau denselben Fensterplatz reserviert wie wir. Wir holten den ICE-Schiedsrichter zur Entscheidung und der Kontrolleur meinte, wir dürften sitzen bleiben, da wir am Schalter reserviert hätten und sie per Telefon eben eine falsche Platznummer zugewiesen bekommen hätte.

Doch das war das geringere Problem der Fahrt. Wegen Personenschadens, wie es euphemistisch heißt, bekam der ICE eine volle Stunde Verspätung. Schlecht gelaunt lasen wir also, bis das Zugpersonal kam und uns zur Wiedergutmachung Zehn-Euro-Gutscheine aushändigte. Überaus erstaunt über den Anflug von Galanterie der DB, dennoch zweifelnd, ob nicht doch ein Haken an der Sache sein könnte, begab ich mich schon eine Woche später in die Schalterhalle, um den Gutschein einzulösen. Der Berater schüttelte den Kopf und meinte trocken: "Tut mir leid, die sind seid dem neuen Preissystem eingestellt worden."

Auch wenn ich nur darauf gewartet hatte, wehrte ich mich und er verschwand für ein paar Minuten zum Chef. Ohne ein Wort der Erklärung meinte er schließlich gönnerhaft: "na gut" und druckte mir meinen Fahrschein aus.