Wenn ich an Deutschland denke, fällt mir die hoch entwickelte Technik ein: zum Beispiel die U-Bahn in München – so bequem von einem Ort zum anderen zu gelangen, das ist in Peking noch nicht möglich! Den Deutschen habe ich immer viel zugetraut. Deshalb setzte ich im Ministerium durch, dass wir den Auftrag für die erste Fließbandproduktion von Telefonanlagen in China an Siemens vergaben. Zur Vorbereitung der Produktion kam ich im Frühjahr 1989 für drei Monate nach München. Es war wunderbar. Es gibt Fotos von mir im Olympiapark und im Englischen Garten vor dem chinesischen Pavillon, einmal stehe ich vor Schloss Neuschwanstein. Damals lernte ich die Deutschen schätzen. Sie haben kein Problem, ihr Wissen Ausländern mitzuteilen. Diesem Umstand verdankt China viel. Der Fleiß ist ihre besondere Eigenschaft. Wenn in der Firma mal etwas nicht funktioniert, machen die Deutschen ihre Arbeit fertig, egal, ob Mittagpause ist. Davon war ich nach den vielen Jahren Sozialismus in China einfach begeistert.

Und stellen Sie sich vor: Dann gab es in der Kantine zum Mittagessen Bier! Aufs deutsche Bier freue ich mich besonders. Es schmeckt sogar meiner Frau. Mit ihr möchte ich auf dieser Reise erleben, was ich damals versäumt habe: die schöne deutsche Landschaft anschauen, Burgen und Schlösser. An das deutsche Essen kann ich mich gewöhnen, das gehört sich in einem fremden Land so, schwierig wird es beim Frühstück: Käse und weich gekochte Eier sind für uns Chinesen eher abstoßend. Außerdem hat mich das Fernsehen in Deutschland enttäuscht: Alle Sendungen sind auf Deutsch. Ein weltoffenes Land müsste doch auch englische Programme haben.