Ich komme aus einer Musikerfamilie: Mein Vater ist Musikredakteur, meine Mutter Musiklehrerin, und mein Bruder macht Computer-Musik. Deutschland ist für mich deshalb ein Land der Romantik. Aus ihm stammen die Träume meiner Eltern. Mein Vater hat mir schon in der Kindheit die Geschichten der großen deutschsprachigen Komponisten erzählt. Ich habe gern zugehört, aber dann doch Englisch studiert. Das zählt in China einfach mehr. Trotzdem bin ich Deutschland immer treu geblieben: Beethovens Symphonien höre ich immer noch am liebsten, als Autofan fahre ich einen Volkswagen, und als Fußballfan verehre ich Bayern München und die deutsche Fußballnationalmannschaft. Mir gefällt es, dass die Deutschen beim Fußball immer zuerst zurückliegen und trotzdem noch gewinnen. Jeden Samstag schaue ich mir im chinesischen Fernsehen ein Live-Spiel der Bundesliga an. In meinem Büro hängt ein Foto von Rudi Völler und mir. Ich habe ihn bei der WM in Südkorea am Flughafen getroffen und sofort erkannt. Jetzt möchte ich mir in München ein Autogramm von Karl-Heinz Rummenigge besorgen.

Hinzu kommt, dass ich mich inzwischen auch beruflich für Deutschland interessiere: Als Reisemanager will ich den deutschen Tourismusbereich kennen lernen – Hotels, Restaurants und Bedienung. Es ist schließlich eine Riesenchance, dass sich Deutschland als erstes Land in Europa für den chinesischen Tourismus geöffnet hat. Deutschand hat für Chinesen eine ganz andere Anziehungskraft als Amerika oder Südostasien. Kultur spielt dabei eine große Rolle. Je mehr ich also über das Land weiß, desto besser kann ich später Reisen nach Deutschland empfehlen. Vor allem über das Essen möchte ich mehr wissen. Es kann ja nicht wahr sein, was hier viele sagen: dass die Deutschen alles essen, was essbar ist, egal, wie es schmeckt. Oder etwa doch?