Ich werde geschäftlich mitreisen, um mit den deutschen Kollegen die zukünftige Zusammenarbeit zu besprechen und mich bei den deutschen Regierungsbehörden für das Tourismusabkommen mit China zu bedanken. Für mich, der ich zwar alle wichtigen deutschen Städte und Sehenswürdigkeiten schon kenne, ist die Reise gleichwohl ein historischer Moment, auf den ich lange gewartet habe. Jetzt können wir Deutschland endlich als Reiseziel für jeden propagieren. Damit stehen uns enorme Wachstumschancen ins Haus. Denn Deutschland ist für viele Chinesen kein fremdes Land mehr. Schon jetzt gehen jährlich Hunderttausende zum Studium, Verwandtenbesuch oder als Dienstreisende nach Deutschland. Fast jeder bei uns kennt das Land durch die Autos von VW und Mercedes, die elektrischen Geräte und natürlich durch Bier und Fußball. Zudem haben die Deutschen völlig zu Recht den Ruf, diszipliniert, aufrichtig und offen zu sein – alles Gründe, aus denen es viele Chinesen nach Deutschland ziehen wird.

Für China ist der inoffizielle Austausch, den der Tourismus möglich macht, besonders wichtig. Unser ehemaliger Premierminister Zhou Enlai hat immer betont, dass extremer Patriotismus zum Faschismus führt. Der Tourismus aber verhindert genau jenen extremen Patriotismus, weil er die gegenseitige Verständigung und Freundschaft vertieft. Durch das Tourismusabkommen vereint diese Erkenntnis nun Chinesen und Deutsche.

Mir gefällt übrigens das deutsche Essen: Es ist effizient und unformalistisch. Das entspricht der deutschen Mentalität. Ich freue mich schon darauf, mit ein paar Freunden in einer bayerischen Kneipe zu sitzen, Eisbein und Bier zu bestellen und deutsche Volkslieder zu hören.