Das wachsende Unbehagen über Amerikas dominierende Rolle in der Welt hat längst auch das bürgerlich-konservative Milieu erreicht. Zwar wird die Ablehnung der amerikanischen Irak-Politik in den Unionsparteien öffentlich bisher nur von einigen Außenseitern artikuliert. Doch Vorkämpfer einer amerikakritischen konservativen Außenpolitik wie der CSU-Rechtsaußen Peter Gauweiler und der CDU-Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer (der auch schon den Kosovo-Krieg als völkerrechtswidrig abgelehnt hat) fühlen sich von Mitgliedern und Wählern der Union getragen – und von der kriegskritischen Haltung des Papstes bestärkt.