Weil ungewiss ist, wie sich ein Irak-Krieg auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung auswirkt, tritt die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) bei der in dieser Woche beginnenden Tarifrunde ohne zahlenmäßig konkrete Forderung an. Die Lage in der Chemie sei zwar "nicht schlechter als im Vorjahr", reale Einkommensverbesserungen müssten deshalb möglich sein, erklärt Werner Bischoff, der Chefunterhändler der Gewerkschaft. Aber auch er weiß, dass sich die Situation rasant verschlechtern könnte, etwa wenn der Ölpreis weiter steigt.

Die Arbeitgeber leiden noch unter der letzten Tarifrunde. Die Lohnerhöhungen, die sich auf 3,6 Prozent summierten, seien im Vertrauen darauf akzeptiert worden, dass sich die Konjunktur spürbar bessere, heißt es beim Verband der Chemieindustrie in Frankfurt. Das Gegenteil sei nun der Fall. Deswegen ist nun ein Ergebnis möglich, dass beim Lohn Abstriche macht und stattdessen die Aus- und Weiterbildung ins Zentrum rückt.