Kosmische Durchleuchtung.

Um Uranschmugglern auf die Spur zu kommen, holen Physiker Verstärkung aus den unendlichen Weiten des Alls. Pro Minute prasseln nämlich 10 000 Myonen auf jeden Quadratmeter Erde. Den Teilchenregen wollen Forscher aus New Mexico (USA) nutzen, um Lastwagen zu durchleuchten. Die Elementarteilchen entstehen, wenn kosmische Strahlen auf die Atmosphäre treffen. Sie durchqueren viele Materialien besser als Röntgenstrahlen, werden von schweren Metallen allerdings absorbiert. Um die Myonen nachzuweisen, bauten Konstantin Borozdin und seine Kollegen vom Los Alamos National Laboratory fliesengroße Detektoren. Legt man diese unter ein Fahrzeug, erscheint darauf ein Schatten der schweren Metalle. Mit dem preiswerten Verfahren könne man einen zehn Zentimeter breiten Uranwürfel entdecken, der in einem Lastwagen voller Schafe versteckt sei, schreiben die Forscher (Nature, Bd. 422, S. 277).

Warum der Hund beißt.

Was Hunde aggressiv macht, haben dänische Veterinäre ermittelt. In einer Umfrage bei 4359 Tierhaltern des Dansk Kennel Klub fanden sie einen Mix von Risikofaktoren: Rassen wie der Belgische und Deutsche Schäferhund, Dachshund, Pinscher und Rottweiler dominieren besonders gern ihre Mithunde. Aber auch die Unfähigkeit der Besitzer und bestimmte Umweltbedingungen machen Schoßtiere zu Beißern. So sind Hunde vom Land meist zahmer als jene aus der pulsierenden Hauptstadt Kopenhagen. Und je weniger Kenntnisse Herrchen oder Frauchen von der Hundehaltung haben, desto bissiger ist ihr Vierbeiner (Journal of Preventive Veterinary Medicine, Bd. 58, S. 85).

Ausgetrocknete Kultur.

Warum die hoch entwickelte Zivilisation der Maya vor etwa 1100 Jahren verschwunden ist, dafür gibt es unzählige Theorien. Mangels Fakten entspringen die meisten der Fantasie ihrer Urheber. Eine heiß umstrittene These bekommt jetzt Unterstützung von Geologen: An schweren Dürren ging die Maya-Gesellschaft zugrunde. Gerald Haug von der ETH Zürich und Kollegen untersuchten einen Bohrkern aus dem Meeresboden vor der venezolanischen Küste auf den Titangehalt. Dieser ist ein Gradmesser für den Niederschlag. Regen spült das Titan in die See. Sedimentschichten, die sich während der bekannten Krisen der Maya-Kultur um 810, 860 und 910 ablagerten, enthalten sehr wenig Titan. Vermutlich setzte nicht nur Trockenheit der Indio-Kultur zu, doch könnte sie einer angeschlagenen Gesellschaft den letzten Stoß versetzt haben (Science, Bd. 299, S. 1731).