Am Sonntag, bei Frau Christiansen, haben Sie vom Leder gezogen, gegen den Kanzler und die Gewerkschaften. Das ist in Ordnung, als gescheiterter Kandidat mussten Sie das und als Oppositionspolitiker sowieso. Nur eines war dann doch verwunderlich: Als es um dieses Konjunkturprogramm ging, mit dem Gerhard Schröder uns allen Arbeit machen will, haben Sie gesagt, das sei, als ob man "einem Ertrinkenden einen Gutschein für einen Schwimmkurs gibt". Ein schöner Vergleich, und natürlich haben Sie Recht: Viele Kommunen sind pleite, und wer pleite ist, kann nicht noch Kredite aufnehmen, wie es der Kanzler will.

Allerdings konnte man exakt dieselben Worte schon am Samstag lesen, in der Süddeutschen Zeitung. Ver.di-Chef Frank Bsirske sagte sie, dieser Inbegriff der linken "Plage", die sich laut Guido Westerwelle über unser Land gelegt hat. Wie soll man diese verbale Verbrüderung nun verstehen? Haben Sie mit Bedacht abgekupfert? Wollten Sie andeuten, dass es einen Schulterschluss geben muss zwischen Links und Rechts - oder dass Gerhard Schröder vielleicht doch nicht ganz so falsch liegt? Fragt verwirrt Christian Tenbrock