Am Ausgang der Moschee, schon auf dem öffentlichen Bürgersteig, fällt der Blick der Gläubigen auf ein Plakat an einem Mülleimer, das ihnen Zuversicht gibt: "Rettet unsere Truppen! Raus aus dem Irak! Baut Amerika wieder auf!"

Die Soldaten aus dem Irak werden auf dem Rollfeld der Dover Air Force Base von keiner Militärkapelle willkommen geheißen. Und wie die Zeitungen berichten, warten auch keine Verwandten auf ihre Liebsten. Stattdessen ist Halbmast geflaggt. Als sich die Ladeklappe des C-17-Transportflugzeugs öffnet, gleiten 16 Metallsärge heraus, in Sternenbanner gehüllt. Ehrenwachen geleiten jeden dieser bei den ersten Feuergefechten in Nasirija Gefallenen hinüber ins Beerdigungszentrum der Streitkräfte. "Die Eltern dieser Soldaten sind zu Recht furchtbar stolz auf ihre Kinder", sagt Direktor William Zwicharowski dem Reporter des örtlichen Wilmington News Journal, der den letzten Amtshandlungen an den Soldaten beiwohnen darf.

Erst kommt jeder Leichnam unter den Scanner. Vielleicht ist noch unentdeckter Sprengstoff am Körper. Jeder Tote erhält eine Nummer, auch die Uhr, die Briefmappe oder das Fotoalbum. Dann werden die Überreste gewogen, fotografiert und geröntgt. DNA-Analyse und Fingerabdruck dienen der Identifizierung. Ungenauigkeiten darf es nicht geben. Jeder Gefallene werde nach dem Motto der Einrichtung behandelt, sagt der Direktor: "Immer mit Ehre".

Nach der Autopsie werden die Leichen einbalsamiert, um Bakterien abzutöten, dann kosmetisch behandelt und angekleidet. Jedem Soldaten wird die Ausgehuniform seiner Waffengattung angezogen, dazu werden alle Orden und Auszeichnungen angesteckt, die er erworben hat. Die Familie darf zwischen Holz- und Metallsarg wählen. Schließlich tritt der Soldat die letzte Reise an – die Reise nach Hause.

Während des Vietnamkriegs haben 21000 Soldaten Zwischenstation auf der Dover Air Force Base in Delaware gemacht. Während des ersten Golfkrieges waren es 310. Wie viele werden es diesmal sein? Wie viele nimmt die Gesellschaft hin? Wie erträgt sie, was ein Kongressabgeordneter einst "den Dover-Test" nannte?

Sieben Mitarbeiter hat das Beerdigungszentrum normalerweise. Jüngst sind 100 Freiwillige dazugekommen.