P. G. Wodehouse: Ohne mich, Jeeves! Roman - aus dem Englischen von Thomas Schlachter - Edition Epoca, Zürich 2002 - 301 S., 19,95 e

"Spaß muss sein!", seufzt der Deutsche gern sorgenvoll, während der Engländer in vergleichbarer Seelenlage einfach zu P. G. Wodehouse greift. Wodehouse ist der Operettenkönig unter den leichten Autoren, kaum einer plaudert Albernheiten so locker daher wie er. Jede Seite blättert bedenkenlos zurück ins pastorale England, wo junge Männer sich maximal auf Maskenbällen beweisen wollen und freche junge Dinger schon darin verraten, dass sie Fahrrrad fahren. Worum es geht? Schweigen wir. Jedenfalls: Hier kann man für knapp 20 Euro ins saftig grüne Sussex reisen, Verlängerunswoche möglich, Stichwort Jetzt oder nie! oder Onkel Dynamit. Alle Bände sind handtellergroß und also westentaschengeeignet, petites fleurs wuchern auf dem Vorsatzpapier, und wer schnuppert, entdeckt jenen wundervollen Hauch von Muff, der aus den schönen dreißiger Jahren zu uns herüberweht, als der eine Krieg ein wenig vergessen und der neue Krieg noch nicht da war.

Mary Shelley: Verwandlung. Der falsche Vers. Die Trauernde - aus dem Englischen von Alexander Pechmann - Manesse Verlag, Zürich 2003 - 193 S., 9,90 e

Drei schaurige Erzählungen. Gequälte Seelen an Liguriens Steilküste oder in Englands Public Schools, wahlweise in einem einsamen Cottage. Mary Shelley, die kluge Tochter des Sozialphilosophen William Godwin und der Frauenrechtlerin Mary Wollstonecraft, die mit dem (verheirateten) Romantiker Percy B. Shelley bei Nacht und Nebel durchbrannte (und darüber gleich ein Reisetagebuch verfasste: Flucht aus England, Achilla Presse 2002) - hier rührt sie uns an, mit leichter Hand, auf dass die Gänsehaut uns langsam überziehe.