die zeit: Sie sind Professorin im Fachbereich Maschinenbau an der Technischen Fachhochschule Berlin. Außerdem leiten Sie den Bereich "Frauen im Ingenieurberuf" im Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Was tun Sie, um mehr Frauen für Technik zu begeistern?

Burghilde Wieneke-Toutaoui: Wir sorgen im VDI dafür, dass in der öffentlichen Darstellung des Ingenieurberufs mehr Frauen auftreten und als Rollenvorbilder sichtbar werden. Ingenieurinnen haftet noch immer etwas Exotisches an, viele Schülerinnen haben dieses Feld deshalb bei der Berufswahl gar nicht im Fokus.

zeit: Wie hoch ist denn der Frauenanteil bei den Studienanfängern?

Wieneke-T.: In der Elektrotechnik liegt er bei acht Prozent, im Maschinenbau bei etwa elf Prozent und in der Informatik bei 18 Prozent. Bei den Bauingenieuren und Architekten beträgt er gut 30 Prozent. Nur in der Landschaftsplanung stellen Frauen traditionell weit über 50 Prozent.

zeit: Gibt es einen Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland?

Wieneke-T.: Der ist direkt nach der Wende verschwunden. In der DDR waren 1982 im Maschinenbau noch 21 Prozent der Studienanfänger Frauen, jetzt sind es in den neuen Ländern nur noch 13 Prozent.

zeit: Warum werden nur so wenige Frauen Ingenieurin?