Hunderttausende Deutsche demonstrieren in diesen Tagen gegen das US-amerikanische Vorgehen im Irak. Unter ihnen sind sehr viele Jugendliche, die sich sonst kaum für Politik interessieren und die zum ersten Mal in diesem Rahmen Demokratie praktizieren. Das prägt. Die Generation, die oft als politikverdrossen bezeichnet wird, steht auf und entwickelt ungeahntes Potenzial. Doch nicht nur für den Frieden wird demonstriert, sondern oft auch gegen die USA, weil man enttäuscht ist über Politik, zum Beispiel in Fragen des Umweltschutzes oder des Internationalen Gerichtshofs. Umso wichtiger ist, dass ein kritischer Dialog mit den USA von deutschen Politikern eingeleitet und von US-amerikanischen Politikern akzeptiert wird. Sollte dieser Dialog nicht stattfinden, könnte sich die Kritik an der US-Außenpolitik zu Antiamerikanismus entwickeln.

Die Jugendlichen von heute sind die Entscheidungsträger von morgen.

Hinrich Kötter, Duisburg