Kreditderivate werden in der Finanzwelt meist unter dem Begriff "Verbriefte Forderungen" zusammengefasst. Doch die damit suggerierte Sicherheit mit Brief und Siegel ist eine Illusion: Die "Verbriefung" besagt lediglich, dass die Forderungen und Risiken im Investmentgeschäft handelbar gemacht werden. Die hier beschriebenen Modelle sind zwar Grundlage der meisten Produkte, aber Variationen und Kombinationen sind nach Belieben möglich.

Asset Backed Securities (ABS): Die Anleihe wird nur aus den Erträgen einer bestimmten Geschäftssparte bedient. Beispiel: Ein Telekomdienstleister betreibt die Sparten Festnetz, Internet und Mobilfunk. Um den Ausbau des Festnetzes zu finanzieren, tritt er alle Gewinne aus dem Festnetz an eine Zweckgesellschaft ab, die wiederum eine damit besicherte Anleihe herausgibt. Anleiheschuldner ist damit nicht das Unternehmen selbst, sondern die mit minimalem Eigenkapital ausgestattete und meist auf den Bermudas ansässige Zweckgesellschaft, die nur aus den Gewinnabführungen des Festnetzgeschäfts finanziert wird. Vorteil für das Telekomunternehmen: Wenn das Festnetzgeschäft nicht mehr läuft, geht nur die Anleihengesellschaft Pleite – aber das Unternehmen selbst und seine anderen Geschäftszweige werden nicht belastet.

Credit Default Swap (CDS): Der Risikoverkäufer zahlt dem Risikokäufer eine einmalige oder jährliche Prämie dafür, dass jener das Ausfallrisiko für einen bestimmten Kredit übernimmt. Fällt der Kreditnehmer aus, muss der Risikokäufer den Verlust ersetzen. Der CDS ist damit praktisch eine handelbare Bürgschaft.

Total Return Swap: Im Gegensatz zum CDS muss der Risikokäufer schon zahlen, wenn die damit gekoppelte Anleihe unter einen bestimmten Kurs fällt.