Die Welt geht in Flammen auf (hoffentlich denn doch nur im Irak), und Sie sprechen von Blockade und Eindämmung amerikanischer Übermacht durch Deutschland und Frankreich, von der Mitschuld dieser Länder. Wollen Sie die Leser für dumm verkaufen?

Der Krieg ist ausgebrochen, weil ein Mann dies wollte und mächtig genug ist, seinen Willen durchzusetzen - auch gegen Freunde, Verbündete, Völkerrecht.

Ist denn immer noch nicht klar, dass dies völlig unabhängig davon geschieht, was Schröder oder Chirac macht?

Das eigentliche Problem ist doch die Verletzung des Völkerrechtes durch die USA, die letztlich wohl in Zukunft keinem anderen Staat mehr vorwerfen zu können, das Völkerrecht zu verletzen. Bei Ihnen: kein Wort davon.

Wilfried Esken, Heidelberg

Der französische Außenminister Daladier, einer der Vorgänger von Dominique de Villepin, war zu blind, um die öffentlich angekündigte Wiederaufrüstung der Wehrmacht seit dem 16. März 1935 zu erkennen. Daladier und sein britischer Kollege Neville Chamberlain waren die Friedensaktivisten der Münchner Konferenz vom 29. September 1938. Sie ermöglichten den faschistischen Kampf gegen "Welt-Zionismus und Welt-Kapitalismus" und den Beginn des Zweiten Weltkriegs nur ein Jahr später. Saddam Hussein kann sich heute auf ähnliche Freunde verlassen.

Millionen Russen wären nicht im Zweiten Weltkrieg umgekommen, wenn Hitler 1938 gestoppt und nicht am 23. August 1939 durch Stalin toleriert worden wäre wie Saddam Hussein heute durch Putin. Die dreißiger Jahre müssten jedem zeigen, dass die Tolerierung von Faschisten bedeutet, sie zu fördern, ihren Terror gegen Menschen zu billigen.