In der kritischen Finanzlage von Bund, Ländern und Gemeinden sieht die Europäische Investitionsbank (EIB) eine Chance. Derzeit ist EIB-Vizepräsident Wolfgang Roth mit seinen Mannen auf Werbetour, um die klammen Finanzminister und Kämmerer von den Vorzügen der in Deutschland noch unterentwickelten Public-Private Partnerships (PPP) zu überzeugen. Dabei finanzieren, planen, bauen und betreiben private Unternehmen öffentliche Infrastruktureinrichtungen und kassieren dafür später Maut oder Mieteinnahmen.

Die Vorzüge für die öffentliche Hand: Sie kann nicht nur Investitionen wie Brücken, Straßen oder sogar Schulen und Krankenhäuser verwirklichen, ohne zunächst eigene Mittel einzusetzen. Die Projekte werden laut Roth, der sich auf Erfahrungen in anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, den Niederlanden oder Spanien beruft, auch 10 bis 20 Prozent billiger, wenn per Wettbewerb ermittelte private Partner eingeschaltet werden. Es gebe weitaus weniger Preisüberschreitungen und Bauverzögerungen. Der EIB-Vize räumt jedoch ein, dass bisher nicht alle Vorhaben in Europa ein Erfolg gewesen seien. "Ein schlechtes Projekt", so sagt Roth, "bleibt ein schlechtes Projekt, gleichgültig ob mit oder ohne PPP."