Jeden Sonntagabend schalte ich die Sendung Sabine Christiansen ein - und nach fünf Minuten entnervt wieder ab. Nach mehreren Jahren dieses parteipolitischen Hickhacks entstand bei mir der feste Eindruck, dass das wohl so sein müsse, wenn man Politikern ein Forum zur Diskussion bietet.

Bis ich vor ein paar Wochen mit großer Spannung eine Sendung der BBC zum Thema Irak verfolgt habe. Seitdem ist mir bewusst, auf welch hohem Niveau politische Diskussionen im Fernsehen stattfinden können. Die Sendung war in klare Abschnitte untergliedert (geschichtlicher Hintergrund, Gründe für eine Intervention, USA - Europa et cetera), die jeweils durch eine sehr gute und informative Einführung eingeleitet wurden. Die Gäste hatten jeweils etwa eine Minute zum Antworten und blieben wohl auch aus diesem Grund sachlich.

Sehr enttäuschend, dass solche Sendungen deutschen Zuschauern nicht geboten werden. Es müsste doch möglich sein, mit dem milliardenschweren Gebührenaufkommen eine ähnlich gute und strukturierte Sendung zu produzieren.

Kirsten Elsner, Brüssel