Wie viele Journalisten zurzeit aus dem Irak und den angrenzenden Ländern berichten, ist nicht genau zu ermitteln, da neben den fest angestellten auch viele freie Reporter sich auf eigene Faust in das Krisengebiet aufgemacht haben. Schätzungen sprechen von rund 5000 Berichterstattern, davon sind etwa 2000 beim amerikanischen Pressezentrum in Kuwait akkreditiert. Allein CNN hat 250 Mitarbeiter in die Region entsandt, was den amerikanischen Nachrichtensender 25 Millionen Dollar kosten soll. Rund 600 internationale Berichterstatter arbeiten als so genannte embedded journalists: "Eingebettet" in Einheiten der amerikanischen und britischen Armee, berichten sie zum Teil direkt von der Front, aber auch von Schiffen weit abseits der eigentlichen Kampfzonen. Das Poynter Institute, eine Journalistenschule in Florida, zeigt auf seiner Homepage eine interaktive Media Map of Iraq (Who is Where) - sie verzeichnet Namen und Standorte von rund 300 Journalisten in der Region und verlinkt zu ihren Artikeln (www.poynter.org).

Ein Viertel der "Eingebetteten" sind keine Amerikaner oder Briten, unter ihnen sind rund 30 Deutsche, so die äußerst vorsichtige Schätzung des Deutschen Journalistenverbandes. Sie alle haben das Ground Rules Agreement der US-Armee unterschrieben, das in 50 Punkten regelt, was die Kriegsreporter berichten dürfen und was nicht. Einzelheiten laufender oder zukünftiger Operationen, genaue Truppenstärken und Ausrüstungsdetails dürfen so wenig weitergegeben werden wie Geheimdienstinformationen oder Angaben über Erfolge der feindlichen Truppen. Welche Detailinformationen nach Ende einer Operation freigegeben werden, entscheiden die Kommandeure vor Ort.

Vier Journalisten, zwei Israelis und zwei Portugiesen, wurden am 25. März 110 Kilometer südlich von Bagdad von US-Truppen festgenommen. Sie berichten, man habe sie der Spionage sowie des Terrorismus bezichtigt und misshandelt - sie gehörten nicht zu den offiziell "Eingebetteten", sondern begleiteten in einem privaten Jeep einen US-Konvoi. Nach zwei Tagen im Gewahrsam der Amerikaner wurden sie nach Kuwait ausgeflogen. "Es ist mein Job, euch freien Journalisten das Leben so schwer wie möglich zu machen", zitiert der Independent einen britischen Armeesprecher, "Ihr bekommt auf keinen Fall Hilfe." Womit das Verteidigungsministerium mitunter ihr Leben aufs Spiel setze, sagen die betroffenen Reporter.

Die irakischen Behörden nahmen am 28. März in Basra sieben italienische Zeitungsjournalisten fest und brachten sie schließlich zurück in ihr Hotel nach Bagdad. Möglicherweise halten die Iraker auch zwei Mitarbeiter der amerikanischen Tageszeitung Newsday fest. Vier weitere Journalisten werden vermisst - die Organisation Reporter ohne Grenzen vermutet, dass auch sie im Gewahrsam irakischer Behörden sind.

Bislang (Stand 1. April) sind drei Journalisten im Irak zu Tode gekommen. Der australische Kameramann Paul Moran starb bei einem Selbstmordanschlag im Nordirak, der erfahrene britische TV-Kriegsreporter Terry Lloyd wurde nach Angaben seines Senders ITN durch friendly fire aus den Reihen der alliierten Truppen im Südirak getötet. Gaby Rado, Korrespondent des britischen Senders Chanel 4, stürzte unter ungeklärten Umständen vom Dach seines Hotels in Suleimanija im Nordirak.

Im ersten Golfkrieg 1991 kamen vier Journalisten ums Leben.