Ehre, wem Ehre gebührt, das beinhaltet in einer Firmenchronik zumindest die namentliche Erwähnung derjenigen, die ein Unternehmen über Jahrzehnte geführt haben. Sollte man meinen. Doch der Medienkonzern Bertelsmann tilgte seine Vorstandschefs, soweit es ging, aus den Annalen, sobald sie ihren Schreibtisch ausgeräumt und das Büro verlassen hatten. Das soll nun anders werden: Eine neue Geschichtsschreibung beginnt. "In den kommenden Wochen wird der Internet-Auftritt überarbeitet", sagt ein Sprecher. Dann soll dort zu lesen sein, wie Manfred Fischer, Marc Wössner und Thomas Middelhoff aus Bertelsmann einen der größten Medienkonzerne der Welt gemacht haben.

Gleichzeitig sind die Unterlagen in Gütersloh eingetroffen, auf deren Grundlage eine Kommission eine realitätsnahe Analyse der Bertelsmann-Geschichte im Zweiten Weltkrieg erarbeitet hatte. Eine Historikerin soll das Material nun ordnen. Es ist die Vorarbeit, um mittelfristig eine neue Unternehmensgeschichte zu schreiben, die bis in die heutige Zeit reicht.