In Iserlohn im Sauerland trinken sie ihr Pils neuerdings nicht aus Durst, sondern aus Prinzip. "Jeder Liter zählt", haben sie schon gemeinsam auf Demonstrationen gerufen, der Vorsitzende des Schützenvereins, die Gastwirte und sogar der Bürgermeister. Jedes Glas und jeder Schluck ist ein solidarischer Akt gegen Ausverkauf und Arbeitsplatzabbau. Es geht schließlich um 85 Jobs, und die kann jetzt nur noch eines retten: mehr Bier.
In Iserlohn, rund zwei Dutzend Kilometer südöstlich von Dortmund gelegen, soll im Sommer die örtliche Brauerei (Marke: Iserlohner) geschlossen werden. Dann müssen sich die Angestellten einen neuen Arbeitgeber suchen. So will es der Eigentümer, der Getränkekonzern Brau und Brunnen (Marken: Jever, Brinkhoffs Nr. 1, Schultheiss). Es sei denn, jemand kauft ihm die Brauerei ab. Aber das dürfte nur geschehen, wenn die Iserlohner wieder so viel Bier trinken, dass die Brauerei für Investoren attraktiv wird.