Für manchen Beobachter ging es "beim Bosch", Deutschlands größtem Kfz-Zulieferer mit rund 35 Milliarden Euro Jahresumsatz in den vergangenen Jahren allzu ruhig zu. Doch jetzt demonstriert Konzernchef Hermann Scholl, der zum 1. Juli in das Aufsichtsgremium des Stiftungsunternehmens wechselt, ungeahnte Entschlusskraft: Schon bald wird wohl der Wetzlarer Heizungsgerätehersteller Buderus AG mit der Bosch-Heizungstochter Junkers zusammengehen. Erst kaufte Bosch 17 Prozent von Buderus an der Börse, jetzt erwarb man weitere 30 Prozent vom Baukonzern Bilfinger und Berger. Für die übrigen Aktionäre wurde ein großzügiges öffentliches Übernahmeangebot avisiert. Zwar möchten die Schwaben ihre Attacke nicht als "feindliche Übernahme" gewertet wissen, aber so richtig freundlich kam die Aktion in Wetzlar nicht an. Fast zwei Jahre lang hat sich die Buderus-Geschäftsführung gewehrt. Doch jetzt scheint sie sich zu fügen. Und wenn die Kartellbehörden mitspielen, wird Scholl-Nachfolger Franz Fehrenbach einen Konzern leiten, der weniger vom Kfz-Geschäft abhängt, das bislang noch gut zwei Drittel des Umsatzes ausmacht.