Jedes Jahr besuchen Papageientaucher, schwarz-weiße Vögel mit orangefarbenen Schnäbeln, die isländische Insel Heimaey.

Hella wohnt auf der Insel Heimaey. Jeden Tag sucht sie den Himmel ab. Während sie von einer Klippe über dem Meer aus den Himmel beobachtet, entdeckt sie die ersten Papageientaucher der Saison. Sie kommen gerade von hoher See zurück, wo sie den Winter verbracht haben. Nun kehren sie zurück, um Eier zu legen und ihre Küken aufzuziehen. Wenn die Küken geschlüpft sind, werden die Eltern Fisch nach Hause bringen, um sie damit zu füttern. Jedes Küken wird zu einem Jungvogel heranwachsen. Wenn die Jungen ihre ersten Flugversuche unternehmen, sind die Nächte der jungen Papageientaucher gekommen.

Heute Nacht geht es los. Im Dunkel der Nacht versuchen die Jungvögel, zum ersten Mal zu fliegen. Die meisten plumpsen unversehrt ins Meer. Aber einige lassen sich vom Lichtschein des Dorfes verwirren – vielleicht halten sie ihn für Mondlicht, das sich auf dem Wasser spiegelt. Jede Nacht machen Hunderte von jungen Papageientauchern eine Bruchlandung im Dorf. Vom Boden aus können sie nicht losfliegen. Hella und ihre Freunde verbringen nun jede Nacht damit, nach den gestrandeten Jungvögeln zu suchen. Aber die Hunde und Katzen des Dorfes sind ebenfalls auf der Suche. Selbst wenn die Katzen und Hunde sie nicht zu fassen kriegen, können die jungen Papageientaucher von Autos oder Lastwagen überfahren werden. Die Kinder müssen die verirrten jungen Papageientaucher unbedingt als Erste finden!

Sie nehmen die geretteten Jungvögel mit nach Hause. Am nächsten Tag gehen sie mit Kisten voller junger Papageientaucher hinunter zum Strand. Nun ist es Zeit, die Vögel freizulassen. Hella hält einen vorsichtig in beiden Händen, holt dann ein wenig Schwung und wirft ihn weit über das Wasser. Der junge Papageientaucher flattert ein Stück weit und plumpst dann unversehrt ins Wasser.

Tag für Tag paddeln Hellas Jungvögel davon, bis die Nächte der jungen Papageientaucher vorbei sind. Hella wünscht ihnen eine gute Reise und ruft ihnen hinterher: "Auf Wiedersehen!"

Bruce McMillan