Das Wachhaltespiel mit Markennamen, das wir vor einigen Wochen an dieser Stelle vorstellten (ZEIT Nr. 11/2003), hat eine Flut von teils begeisterten, teils gereizten Zuschriften ausgelöst. Viele Leser berichten, dass sie in der Tat ganze Nächte damit verbracht haben, Supermarktregale an ihrem geistigen Auge vorbeiziehen zu lassen, um passende Vor- und Nachnamen zu entdecken.

"Alete", schreibt zum Beispiel Herr F. aus Köln, "schien mir sofort ein hübscher Name für eine melancholische Brünette aus dem Schwäbischen zu sein - aber auf der Suche nach einem geeigneten Familiennamen habe ich vier Stunden verbracht. Heute Morgen wusste ich's endlich: Alete Glänzer. Wegen der Kehrwoche! Die Ärmste ist ständig am Bohnern." Frau M., ebenfalls aus Köln, schlägt mit merklichem Schaudern Cornetto Martini als Name eines Schlagerstars vor, gibt aber zu bedenken, dass die Verbindung zweier Nahrungsmittel weniger elegant sei als die Zusammenziehung weit entfernter Warengruppen. Ihr Favorit ist Tampax Sidol, den sie für einen Maultrommelspieler aus Hawaii hält. Nach einem ähnlichen Muster hat Herr B.

aus Stuttgart den Fußballspieler Rama Odol gefunden, glaubt aber, dass es sich trotz gleich lautender Endsilbe um einen Nigerianer handelt. Ein anderer Leser quält sich mit der Frage, ob Dentagard als weiblicher Vorname durchgehen könnte, nach dem Muster von Hildegard. Vielleicht denkt er an Dentagard Knorr, geborene Pril? Unseres Wissens war sie in erster Ehe mit Maggi Wolford verehelicht, dessen Schwester Puma in den Lebenserinnerungen von Hemingway als Gespielin von Gertrude Stein auftaucht. Später soll sie die Schweizerin Zentis Spüli zur lesbischen Liebe verführt haben. Viele Briefe beklagen überhaupt den aufdringlich lebensechten Charakter der Figuren, die bei der Kombination von Markennamen entstehen. Cliff Frolic, schreibt Frau H.

aus Baden-Baden, habe sie nicht nur zuverlässig am Schlaf gehindert, sondern sich zu einem überaus lästigen Verehrer entwickelt. Das schamlose Siegerlächeln, mit dem er sie nachts heimsuche, werde nur übertroffen durch seine zwanghaften Erzählungen von obszönen Erlebnissen mit Belfrutta Oncken.

"Diese Schlampe", empört sich Frau H., "hat offenbar schon viele Männer versaut, allen voran den kaum vierzehnjährigen Nestle Autan." Herr J. aus Berlin behauptet sogar, dass die Mutanten aus dem Warenkorb längst unter uns weilen - bei einem Firmenball in Gütersloh will er jüngst auf der Gästeliste Ajax und Gillette Schwartau mit Tochter Bonduelle entdeckt haben. Da war für ihn endgültig